Vier marianische Hinweisschilder von Erzbischof Kothgasser zum Vorarlberger Diözesanjubiläum am 8.12.2008 - Predigt beim Festgottesdienst im Dom St.Nikolaus zu Feldkirch

Mit vier „marianischen Hinweisschildern“ stellte sich der Salzburger Erzbischof Dr. Alois Kothgasser in seiner Predigt im Festgottesdienst anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Diözese Feldkirch ein. Am Hochfest Mariä Empfängnis wies er im Dom zu Feldkirch deutlich darauf hin, dass es Aufgabe der Kirche heute sei, „Gott im Leben zur Sprache zu bringen“. Der Erzbischof ist der Metropolit der Salzburger Kirchenprovinz, zu der die Diözesen Salzburg, Gurk, Graz-Seckau, Innsbruck und Feldkirch gehören.

In den 40 Jahren seit der Errichtung der Diözese Feldkirch sei hier vieles gewachen, „für das wir aus ganzem Herzen danken können“, so Kothgasser. Allerdings sei auch festzustellen, dass Vorarlberg nicht mehr einheitlich katholisch sei, Muslime würden zum mitbestimmenden Bevölkerungsanteil, und die Zahl der Menschen ohne Bekenntnis sei im Steigen. „Das sind neue Herausforderungen an den Glauben und die Liebe derer, die Christus bezeugen“, betonte der Salzburger Oberhirte.

Am Marienfesttag sei es angebracht, mit vier marianischen Hinweisschildern den Weg der Diözese Feldkirch in die Zukunft zu markieren. „Offenheit und Aufmerksamkeit für den Moment Gottes“ nannte Erzbischof Kothgasser als erstes Schild. Dazu gehöre im Advent, bewusst auf Gott zu hören und die Stille zu suchen. „Offenheit und Aufmerksamkeit für die Situation der Menschen“ sei der zweite Hinweis, der den Auftrag beinhalte, auf der Seite derer zu stehen, die arm, bedürftig und am meisten benachteiligt sind. „Der Einsatz für das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum Tod gehört zu den prophetischen Aufgaben der Kirche heute“, stellte der Erzbischof fest. Auch der Glaube Mariens sei geprägt gewesen von Offenheit für das Leben.

„Glaube sucht das Gespräch mit Gott und untereinander, Glaube sucht den Dialog“ beschrieb der Prediger das dritte Hinweisschild. Der Weg in die Zukunft der Kirche sei ein Weg des Gesprächs, des Dialogs. „Ich freue mich, dass in der Diözese Feldkirch das Pastoralgespräch über die Wege der Pfarrgemeinden beginnt“, sagte Erzbischof Kothgasser. Im Hören auf Gott und im Gespräch miteinander könnten die richtigen Schritte in die Zukunft gegangen werden.

Auf die Berufung Mariens bezog der Salzburger Oberhirte das vierte Hinweisschild: „Der Glaube Mariens war geprägt vom Vertrauen in Gottes Mitsein auf unseren Wegen“. Gott schenke jeder und jedem einzelnen eine Berufung. Daher seien auch alle eingeladen, ihren Beitrag für die Kirche und für das Reich Gottes einzubringen. „Bei allen Bemühungen um die Seelsorge der Kirche dürfen wir nicht vergessen, dass Gott das Entscheidende tut. Er macht es möglich, dass von wenigen Broten und Fischen Tausende gespeist werden am Leib und an der Seele."

Die Predigt von Erzbischof Kothgasser im Gesamtwortlaut finden Sie hier.