"Aktion Leben" übergibt im Parlament 62.550 Unterschriften der Bürgerinitiative "Mit Kindern in die Zukunft" - Unterstützer sind u.a. Kardinal Schönborn, Bischof Bünker, Metropolit Staikos und Vizekanzler Pröll.

Wien, 13.1.09 (KAP) "Unser Land muss dringend kinder- und elternfreundlicher werden": Diesem Anliegen des Präsidenten der "Aktion Leben Österreich", Prof. Paul Aiginger, haben sich 62.550 Österreicherinnen und Österreicher angeschlossen und die parlamentarischen Bürgerinitiative "Mit Kindern in die Zukunft" unterzeichnet. Vertretern der "Aktion Leben" werden die Unterschriften am Mittwoch an das Präsidium des Nationalrates übergeben.

Die "Aktion Leben" bedankte sich in einer Aussendung am Dienstag bei allen 62.550 Unterschreibern der Initiative. Darunter sind auch zahlreiche prominente Vertreter von Religionsgemeinschaften wie Kardinal Christoph Schönborn, der lutherische Bischof Michael Bünker, der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh. Von politischer Seite unterschrieb u.a. Vizekanzler Josef Pröll. Aus dem Bereich der Kunst wird die Initiative etwa von Reinhold Bilgeri, Nina Blum und Folke Tegetthoff unterstützt; es unterschrieben auch die Haubenköchin Johanna Maier oder die frühere Schiweltcupsiegerin Anita Wachter.

"Die vielen Unterschriften für unsere Bürgerinitiative sind ein starkes Signal an die Regierung, schnell konkrete Maßnahmen für eine kinder- und elternfreundliche Gesellschaft zu setzen", betonte Martina Kronthaler, Generalsekretärin der "Aktion Leben".

Gefordert werden u.a. die Einrichtung eines öffentlich finanzierten Hilfsfonds für Schwangere in Not, mehr Werbung für Schwangerenberatung, mehr Unterstützung für Eltern von Kindern mit Behinderung und "bestmögliche Kinderbetreuung". Darunter versteht die Bürgerinitiative die Wahlfreiheit zwischen inner- und außerfamiliärer Betreuung sowie "qualitätsvolle und leistbare Betreuungsplätze". Überreicht wird das Forderungspaket der Bürgerinitiative am Mittwoch im Parlament an die Präsidentin des Nationalrates, Barbara Prammer, sowie an ihre beiden Vertreter Fritz Neugebauer und Martin Graf.

Geldmangel darf kein Abtreibungsgrund sein

"Keine Frau sollte sich zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen sehen, weil sie sich ein Kind einfach nicht leisten kann", erläutert Aiginger ein Kernanliegen der Initiative. Es gebe mehr Frauen, die durch die Maschen des Sozialsystems fallen, als allgemein bewusst sei. Für sie sei ein öffentlich finanzierter Hilfsfonds wie etwa in Deutschland notwendig, auf den schnell und unbürokratisch zugegriffen werden kann, so Aiginger. Der Hilfsfonds solle mit fünf Millionen Euro pro Jahr dotiert werden.

Die bestehenden Beratungsstellen für schwangere Frauen werden zwar von der öffentlichen Hand finanziert, aber es fehle an Geld für deren Bewerbung. Aiginger: "Wie soll sich eine Frau über ihre Möglichkeiten informieren, wenn sie die Anlaufstellen nicht kennt?"

Dringend verbesserungsbedürftig sei auch die Hilfe für Eltern behinderter Kinder. Der "Aktion Leben"-Präsident verlangt einen verfassungsrechtlichen Anspruch auf angemessenen Ausgleich des Mehraufwandes. "In welcher Gesellschaft leben wir, in der ein Kind nur aufgrund einer Behinderung durch ein Gerichtsurteil als Schaden deklariert wird?", plädiert Aiginger für eine generelles Umdenken beim Thema Behinderung. Ein Schadenersatzanspruch wegen eines unterlassenen Schwangerschaftsabbruchs sollte in jedem Fall ausgeschlossen werden.

Zur geforderten Wahlfreiheit zwischen inner- und außerfamiliärer Kinderbetreuung erläutert Aiginger, Eltern müsse es möglich sein, sich auch selbst um ihre Kinder zu kümmern, ohne dafür Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

(Quelle: Kathpress)

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