In einer beeindruckenden Lesung hat der nicaraguanische Dichter und ehemalige Priester und Politiker Ernesto Cardenal die Schönheit seiner Heimat rund um den riesigen Nicaragua-See besungen.

Der Nicaragua-See, seine Inseln und die Menschen, die diese Landschaft bewohnen, die Vögel und das Blau von Landschaft und Himmel. Um diese Themen kreisten die Gedichte, die Ernesto Cardenal in seiner Lesung vom 27. Februar 2015 in der Kreuzkirche am Ölrain vortrug. Die Gedichte sind eine Liebeserklärung an diese Landschaft, in der Cardenal sein Leben verbracht hat und in der er als Seelsorger gewirkt hat.

Dieses Paradies im wörtlichen Sinn ist jedoch bedroht durch ein gewaltiges Bauvorhaben. Die nicaraguanische Regierung unter Daniel Ortega hat beschlossen, den riesigen Nicaragua See zu einem Teil eines Kanals zu machen, der den atlantischen Ozean mit dem pazifischen verbindet. Ein chinesisches Konsortium wurde mit dem Bau beauftragt. Die Konditionen dafür sind einseitig zugunsten des Baukonsortiums ausverhandelt worden. Nach der Einschätzung Cardenals verzichtet Nicaragua auf alle Rechte daran.

Cardenal wurde durch drei Musiker der Grupo Sal begleitet.

Hans Rapp