Der "Bregenzer Gedenkweg" erinnert an die NAZI-Opfer aus "Widerstand und Verfolgung 1939 - 1945". Auch im 70. Jahr nach Kriegsende - 8. Mai 1945 - womit auch das NAZI-Unrechtssystem zu Grund ging, ist die Aktualität und Notwendigkeit des öffentlichen Gedenkens gegeben. Die vom Ökumenischen Bildungswerk angebotenen Rundgänge werden im Frühling des Gedenkjahres 2015 wieder angeboten.

Die "Kapitulation aller deutschen Truppen" am 8. Mai 1945 bedeutete auch das Aus für das diktatorische Unrechtssystem des Nationalsozialismus. Die Aufarbeitung dieser "dunklen Zeit" ist allerdings höchst erforderlich. Der erfreuliche Erfolg von "Gedenken.Begehen - Rundgänge auf dem Bregenzer Gedenkweg" - eine Veranstaltung des Ökumenischen Bildungswerkes Bregenz - die im Spätherbst letzten Jahres an drei Terminen unter der Begleitung der Historikerin Mag. Susanne Emerich angeboten worden ist macht das deutlich.

Das Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus über den "Bregenzer Gedenkweg - Widerstand und Verfolgung 1939 -1945" ist eine 'kleine' Erfolgsgeschichte. Die Einrichtung dieses Weges geht auf den Ökumenischen Bodenseekirchentag von 2001 (!) zurück, der unter dem biblischen Motto : "Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben" (Matthäus, Kap 5) gestanden ist. Von hier aus führt -  eine von mehreren - Linien zum höchst begrüßenswerten, aktuellen Projekt eines Mahn- und Denkmals für Deserteure und Vorarlberger_innen die Widerstand geleistet haben. 

Seit 2001 jedenfalls erinnern im Stadtgebiet von Bregenz eine Reihe von Gedenktafeln und Straßenbezeichnungen an jene Frauen und Männer, die während der nationalsozialistischen Herrschaft auf ihre ganz persönliche Art und Weise mir ihrem Leben ein Zeichen im Sinne des Geistes der Bergpredigt gesetzt haben. Die Beschäftigung mit Gedächtnisorten ist ein relativ junges Thema und formuliert über "Zeichensetzungen"  - wie eben den Bregenzer Gedenkweg -  das Selbstverständnis eines Gemeinwesens. Es zeigt, wie Vergangenheit veranschaulicht und Geschichte an nachkommende Generationen weitergegeben werden kann.

Die Auseinandersetzung mit den Biographien der einzelner Personen des Gedenkweges stand im Mittelpunkt der Rundgänge, denn "einzelne Schicksale machen die Geschichte "begreifbarer" als es unfassbare Zahlen - wie z.B. jene von über 6 Millionen ermordeten Juden oder 55 Millionen Opfer des Zweiten Weltkrieges - könnten" sagt Susanne Emerich. Der Bregenzer Gedenkweg könnte "auch für Schülerinnen und Schüler eine gute Möglichkeit sein, damit - um mit Theodor W. Adorno zu sprechen - die 'Erziehung nach Auschwitz' durch 'Aufklärung, die ein geistiges, kulturelles und gesellschaftliches Klima schafft'". Denn nach wie vor werde dieser Teil der jüngeren Vergangenheit ungern angenommenen, meint Susanne Emerich, und freut sich auch deshalb, dass das Ökumenische Bildungswerk das Projekt GEDENKEN . BEGEHEN im Frühjahr 2015 wieder anbieten wird. _(wb/se)