Wie zieht man sein Publikum am besten (und schnellsten) in seinen Bann? Mit einem Witz natürlich! Das sehen auch die beiden Literaturkritiker Stefan Gmünder und Alexander Kluy so und erzählten gleich zu Beginn von "Literatur im Gespräch" einen Witz auf Kosten der Schweizer Nachbarn. Kein Problem, wenn man wie Stefan Gmünder selbst Schweizer ist. Spätestens da war das Eis gebrochen und die rund 50 Bibliothekarinnen neugierig auf die Neuerscheinungen, vorgestellt von den humorvollen Referenten.

Wenn schon zu Beginn einer vierstündigen Veranstaltung so viel gelacht wird, wie bei dieser, kann man sich sicher sein, dass die Zeit nur so verfliegen wird. Insbesondere, wenn die neueste deutschsprachige Literatur von zwei Literaturkritikern vorgestellt wird, die jetzt in puncto Bücher "immer öfter der selben Meinung" sind. Das sei nämlich nicht immer so gewesen, erklären Kluy und Gmünder augenzwinkernd. Nichtsdestotrotz sei es wichtig im Kopf zu behalten, dass es nicht nur eine Meinung zu einem Buch geben könne, gerne auch "Geschmäcker sind verschieden" genannt. Und deshalb appellierten die beiden Herren auch an ihren Publikum auf die eigenen Eindrücke zu vertrauen und sich auch die Menschen hinter den Büchern anzuhören.

Über 40 Buch-Vorstellungen
Dass es zu einem Thema, Buch, Film oder eben auch Oper verschiedene Eindrücke und Meinungen geben kann, veranschaulichte Gmünder mit dem Filmchen "Die Opernkritik " von Monaco Franze. Generell setzten die Literaturkritiker nicht nur auf Bücher, sondern auch auf multimediale Unterstützung - egal ob Musik oder Film. Nichtsdestotrotz war es die Vorstellung der rund 40 Bücher, wegen derer die wissbegierigen BibliothekarInnen zu "Literatur im Gespräch"  im Rahmen der Leseakademie des Österreichischen Büchereiverbands gekommen waren. Romane, Krimis, einheimische, vorarlberger und deutsche Autoren - die Bandbreite der Bücher, die anschließend auch beim Büchertisch der Buchhandlung "Die Quelle" erstanden werden konnten, war vielseitig und groß. Und seien wir uns ehrlich - um einen Büchertipp, insbesondere von einem "Kenner" ist doch jeder froh.

Zum Lachen
Übrigens: Wer auch über den Witz, den Gmünder eingangs über seine Landsmänner im schönen "Schwitzerdütsch" erzählte lachen möchte (Zum besseren Verständnis ohne Dialekt): "Treffen sich ein Schweizer und ein Österreicher zum Schneckensammeln im Wald. Sie verabreden sich zu einem Treffen nach einer Stunde und trennen sich. Nach der Stunde kommt der Österreicher zurück, den Korb voll bis an die Kante mit Schnecken. Der Korb des Schweizer ist leer. Fragt der Österreicher: "Was hast du denn die ganze Zeit gemacht?" Darauf der Schweizer: "Ich weiß auch nicht. Kaum siehst du eine Schnecke und bückst dich, husch ist sie weg."