Bei Dorothea Manser-Lehner läutet das Telefon. Eine Mutter meldet sich verzweifelt, weil das Geld diesen Monat nicht reicht und der Kühlschrank praktisch leer ist. Sie hat einen neuen Job, doch bis das erste Gehalt am Konto ist, kommt sie mit dem bisherigen Arbeitslosengeld nicht aus – vor allem, weil ihr Mann kürzlich einen schweren Unfall hatte und für längere Zeit nicht arbeiten kann.

Fälle wie dieser sind keine Seltenheit bei der 53-jährigen Psychologin, die in der Beratungsstelle Existenz & Wohnen in Feldkirch arbeitet. „Wir beraten fast täglich Familien, deren Einkommen nicht reichen. Zu hohe Mieten, niedriges Einkommen aufgrund schlechter Ausbildung, verschiedenste Schicksalsschläge oder Schulden. Die Liste der Ursachen für Geldsorgen ist lange. Doch vor allem Alleinerziehende brechen unter der finanziellen Belastung häufig fast buchstäblich zusammen“, weiß Dorothea Manser-Lehner. 2019 wurden zum Beispiel 376 Alleinerziehende von der Stelle Existenz & Wohnen begleitet, 96 Prozent davon waren Frauen. „Viele von ihnen arbeiten in Teilzeit oder gar nicht, weil die Kinder noch zu klein sind, oder keine Betreuungsplätze gefunden wurden. Oft ist nach einer Trennung auch die Wohnung kaum mehr zu finanzieren. Eine Betriebskostennachzahlung oder eine kaputte Waschmaschine ist dann nicht mehr zu stemmen“, weiß die erfahrene Psychologin.

Der Weg zur Beratungsstelle Existenz & Wohnen ist für viele Betroffene kein leichtfertig gewählter Gang. „Die meisten Menschen schämen sich, wenn sie bei uns um Hilfe bitten und kommen daher erst dann zu uns, wenn es schon fast zu spät ist“, so Dorothea Manser-Lehner weiter. Sie weiß aus jahrelanger Erfahrung, dass hier nur mit viel Fingerspitzengefühl eine Vertrauensbasis geschaffen werden kann. Doch ist dieser Grundstein erst gelegt, dann kann in den meisten Fällen rasch und unbürokratisch geholfen werden. „Vor allem Kinder leiden unter der oft dramatischen finanziellen Situation in der Familie. Daher versuchen wir, ihnen vor allem die soziale Teilhabe weiterhin zu ermöglichen. Eine Schiwoche, die für das Kind nicht bezahlt werden kann, drängt zum Beispiel ein Kind automatisch an den Rand der Klassengemeinschaft. Mit Spendengeldern aus der Haussammlung können wir solche Dinge abfedern.“

Auch Lebensmittel- und Sachmittelgutscheine für Familien, Paare oder Einzelpersonen, die sich in prekären finanziellen Situationen befinden, können Betroffene über einen schwierigen Monat helfen. „Wenn am Ende des Monats der Kühlschrank einer vierköpfigen Familie nicht mehr gefüllt werden kann, sind zum Beispiel unsere Lebensmittelgutscheine eine rasche und sehr effektive Hilfe, die von den Menschen dankbar angenommen wird. All diese Dinge wären ohne die Gelder der Caritas Haussammlung kaum möglich“, so Dorothea Manser-Lehner.

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Spendenkonto: Raiffeisenbank Feldkirch, Kennwort: Haussammlung KB, AT32 3742 2000 0004 0006

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 9 vom 27. Februar 2020)