Vor wenigen Wochen stellte der Zyklon Idai die Welt in Mosambik wortwörtlich auf den Kopf. Und drehte sie nochmals um 180 Grad. Der Lustenauer Harald Grabher koordiniert momentan für die Caritas Vorarlberg in der Krisenregion in Mosambik die Nothilfe.

Es ist immer ein Kampf gegen die Zeit. Ein Wirbelsturm und die darauffolgenden Überschwemmungen haben eine riesige Spur der Verwüstung hinterlassen. Es gilt als erster Schritt, die Menschen mit dem Notwendigsten – Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten - zu versorgen.„Die Menschen hier haben alles, wirklich gar alles verloren: Ihre Häuser sind zerstört und alles, was drinnen war, auch. Es gibt keine Matratzen mehr, auf denen sie schlafen könnten, keine Kochutensilien, ganz zu schweigen von der Ernte, die zu 90 Prozent zerstört ist“, berichtet Harald Grabher übers Telefon.

Kein Trinkwasser, kaum zu essen

Er erzählt von sehr berührenden Geschichten, die er in der vergangenen Woche erlebt hat: „Die Region um die Missionsstation Barada, mit der wir eng zusammenarbeiten, war beispielsweise zehn Tage lang von der Umwelt völlig abgeschnitten, weil die Straßen zerstört waren. Die 600 Menschen hatten kein Trinkwasser und kaum zu essen. Dennoch haben sie bereits damit begonnen, die Gesundheitsstation sowie die Schule mit den vorhandenen Ressourcen notdürftig wieder aufzubauen. Es wurden schon wieder Patienten behandelt und auch der Unterricht wurde wieder aufgenommen, obwohl Hunger und Durst an der Tagesordnung waren.“ Vorübergehend wurde über das „world food programme“ die Notversorgung gesichert, zwischenzeitlich ist die Region auch über das Meer erreichbar.

Emotionen sind immer dabei

Harald Grabher hat sehr viel Erfahrung in der Auslandshilfe und war unter anderem in Pakistan und in Äthiopien in der Nothilfe nach Naturkatastrophen tätig. „Das Ausmaß der Zerstörung war hier enorm“, zieht er Vergleiche mit seinen bisherigen Einsätzen. Obwohl der Caritas-Mitarbeiter klar nach Abläufen und professionell handelt, haben solche Einsätze immer auch eine emotionale Komponente. „Man hat zwar eine professionelle Rolle inne, dennoch ist jeder Einsatz auf seine eigene Art herausfordernd. Jedes menschliche Leid berührt auch persönlich, zur Gewohnheit wird das nie.“

Bewährte Zusammenarbeit

Als sehr professionell erlebt Harald Grabher das Caritas-Netzwerk vor Ort: „Das bewährt sich sehr. Dadurch, dass Mosambik auch Schwerpunktland für die Caritas Vorarlberg ist, haben wir hier gute Verbindungen und eine gute Struktur.“ Nach der Nothilfe ist für die betroffenen Menschen auch Unterstützung beim Wiederaufbau ihres Landes erforderlich. „Mosambik braucht zumindest bis zum Einbringen der nächsten Ernte unsere direkte Hilfe, zumal die betroffene Region eine der `Kornkammern´ des Landes war.“

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Nothilfe nach Zyklon in Mosambik

Caritas Vorarlberg, Raiffeisenbank Feldkirch, IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006
Kennwort: Wirbelsturm Mosambik