Mit Einbruch der kalten Jahreszeit bekommt das Thema Wohnungsnot zusätzliche Dringlichkeit. Jede Unterstützung – etwa in Form von Spenden oder das Angebot von kostengünstigem Wohnraum – ist für die Caritas jetzt wichtig, denn die Menschen kommen oft mit der letzten Hoffnung auf Hilfe zu uns.

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Link: Ihre Spende kommt an

von Mirjam Vallaster

Blass und am Ende ihrer Kräfte klopfte Frau K. vor einiger Zeit an die Türen vom Haus Mutter & Kind der Caritas. Mit zwei Kindern an der Hand und einem Rucksack mit dem Nötigsten suchte sie Zuflucht bei der Caritas in einem Haus, wo Frauen und ihre Kinder sicher sind und zur Ruhe kommen können. Während die erschütterte Mutter erzählte, kümmerte sich eine Mitarbeiterin der Caritas um die beiden Kinder. „Mein Mann hat mich immer wieder geschlagen, vor allem, wenn er getrunken hat. Vor ein paar Tagen erhob er das erste Mal auch die Hand gegen eines meiner Kinder und da wusste ich, dass ich ihn verlassen muss“, erzählt die 26-jährige Frau.

Doch wohin, das wusste sie nicht, denn ihre Familie war ihr keine Hilfe. So hielt sie noch einige Wochen durch, bis sie schließlich vom Haus Mutter & Kind hörte. „Das ist wenige Monate her. Die junge Frau kümmert sich liebevoll um ihre Kinder und ist zwischenzeitlich ins Start.Wohnen übersiedelt“, so Tanja Breuss, Mitarbeiterin im Haus Mutter&Kind. Mittlerweile plant die junge Frau aber schon weiter und möchte in die Übergangswohnung übersiedeln. Ein weiterer Schritt in ein unabhängiges Leben.

Immer wieder sind die Mitarbeiter/innen der Caritas mit Fällen wie diesen betraut. Sie gehen ans Herz und zeigen, wie nahe menschliche Katastrophen wie diese sind. Ein arbeitsloser oder kranker Nachbar – für viele Vorarlberger/Innen nichts Ungewöhnliches. Alleinerziehende Elternteile – auch das gehört fast schon zum Alltag. Doch hinter der heil scheinenden Fassade stecken häufig Geldnot, Verzweiflung, Scham oder Ausgrenzung. Wer sieht schon, dass es in der Wohnung immer ein paar Grad kühler ist als bei anderen. Wer achtet schon darauf, wenn eine alleinerziehende Mutter ihren Kindern tagelang nur Kartoffeln auftischen kann.

Gerade der überteuerte Vorarlberger Wohnungsmarkt ist für viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger eine große Herausforderung. Denn während Menschen mit einem durchschnittlichen Einkommen noch halbwegs über die Runden kommen, geraten jene, die ohnehin nicht viel finanziellen Spielraum haben, zusehends ins Taumeln. Das kann auch Christian Beiser, Stellenleiter von Existenz & Wohnen der Caritas bestätigen: „Bei jedem dritten Haushalt, der über die Beratungsstelle unterstützt wird, war Wohnen ein Thema. Familien müssen heute oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen und Energie ausgeben.“
Walter Schmolly: „Hier sind wir gemeinsam gefordert! Ein kleiner Beitrag von Ihnen macht einen großen Unterschied für Familien in Not. Danke!“

Ein Platz zum Schlafen

Auf den ersten Blick ist Armut oft nicht erkennbar. Existenzsorgen und Nöte bleiben häufig hinter verschlossenen Türen. Für viele Menschen sind die Wohnkosten aber ein zunehmendes Problem. 

Alltag in der Notschlafstelle der Caritas Vorarlberg: Es ist 17 Uhr und die ersten Gäste warten schon vor der Eingangstüre. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit bekommt das Thema Wohnungsnot zusätzliche Dringlichkeit. Auffallend ist, dass sich in letzter Zeit vermehrt jüngere Menschen an die Einrichtung wenden. Sehr schwierig ist, wenn – vor allem im Winter – Menschen nicht aufgenommen werden können, weil kein Platz in der Notschlafstelle ist. „Jeder Mensch soll einen Platz zum Schlafen haben. Darum bieten wir wohnungslosen Menschen in der Notschlafstelle eine zeitlich begrenzte Unterkunft an. Sie ist täglich geöffnet und bietet acht Schlafplätze“, so Caritas-Mitarbeiter Christian Beiser. Mit Ihrer Spende schaffen Sie zusätzliche Möglichkeiten.

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Ihre Spende kommt an

Leistbarer Wohnraum: Die Anzahl an Menschen, die in der Caritas Beratungsstelle Existenz & Wohnen Hilfe suchen, steigt Jahr für Jahr. Bei jedem dritten Haushalt, der 2017 über die Beratungsstelle unterstützt wurde, war Wohnen ein Thema.

Existenz & Wohnen
T 05522-200 1700


Notschlafstelle: Keine Wohnung zu haben, bedeutet meistens das Ende sozialer Beziehungen. Durch psychosoziale Betreuung sowie Unterstützung bei der Wohnungssuche werden die Lebenssituation stabilisiert und individuelle Lösungen gesucht.

Notschlafstelle
T 05522-200 1200


Sozial- und Integrationspaten unterstützen Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder begleiten geflüchtete Menschen mit Bleiberecht in Vorarlberg. Sie helfen unkompliziert und unbürokratisch und eröffnen den Betroffenen dadurch neue Perspektiven.

Sozial- & Integrationspaten
T 05522-200 4000


Lerncafés: Über 60 Freiwillige in den sechs Lerncafés vermitteln Kindern und Jugendlichen nicht nur Deutsch, Mathematik und Englisch. Sie stärken sie auch in ihrem Selbstbewußtsein und wecken die Freude am Lernen. Die Lerncafés sind ein kostenloses Angebot, wenn das Geld für die Nachhilfe fehlt, die Wohnsituation ungeeignet zum Lernen ist, usw.

Lerncafés
T 05522 200-4040

So konnte 2017 durch Ihre Spenden geholfen werden:

Überbrückungshilfen
570 Frauen und Männern in akuten Existenzsituationen konnte durch finanzielle Überbrückungshilfen, Lebensmittel- und Kleidergutscheine, die Übernahme von Wohnungskosten, aber auch mit fachlicher Beratung geholfen werden.

Freiwillige Wegbegleiter/innen
300 geschulte Freiwillige unterstützen das Netzwerk der Sozial- und Integrationspat/Innen. Die Weiterbildungskosten sowie die Fahrtspesen konnten aus Spenden der Inlandskampagne 2017 übernommen werden.

Lernhilfe für Kinder
Über 200 Kinder werden in den sechs Lerncafés beim Lernen unterstützt. 2017 haben alle Kinder den Aufstieg in die nächste Schulstufe beziehungsweise den Schulwechsel geschafft. Die Lerncafés werden mit Spendenmitteln finanziert.

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(aus dem KirchenBlatt Nr. 45 vom 8. November 2018)