Mit einem feierlichen Gottesdienst ging das "Jahr des Glaubens" zu Ende. Die Feier stand ganz im Zeichen der Versöhnung im Nahen Osten sowie im Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Taifunkatastrophe auf den Philippinen. Papst Franzikus stellte Jesus Christus in den Mittelpunkt, erinnerte an seine Barmherzigkeit und machte den Menschen Mut, sich ganz auf ihn zu verlassen.

Das am 11. Oktober 2012 eröffnete "Jahr des Glaubens" war von Benedikt XVI. ausgerufen worden, um die Wiederbelebung des christlichen Glaubens zu fördern und einer fortschreitenden Entkirchlichung entgegenzuwirken. Zugleich sollte die Initiative an das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) erinnern, das am 11. Oktober 1962 eröffnet wurde. Die Bischofsversammlung gilt als eines der wichtigsten Ereignisse in der Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts.

Abschlussgottesdienst

Der Gottesdienst zum Abschluss des "Jahr des Glaubens" stand ganz Im Zeichen der Versöhnung in Syrien sowie im Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Taifunkatastrophe, ihnen waren auch die Kollekte gewidment.
Bereits am Donnerstag hatte Franziskus in seiner Ansprache vor den unierten Patriarchen und Großerzbischöfen zum Gebet für Frieden in den Konfliktgebieten Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Ägypten aufgerufen: "Ich wende mich deswegen an die ganze Kirche und ermahne zum Gebet, um vom erbarmenden Herzen Gottes Versöhnung und Frieden zu erbitten. Das Gebet entwaffnet die Dummheit und schafft Dialog, wo es offenen Konflikt gibt. Wenn es echt ist und ausdauernd, dann macht es unsere Stimmen sanft und fest und macht sie so auch bei den Verantwortlichen der Nationen hörbar", hatte der Papst gesagt.

Rund 60.000 Gläubige nahmen am Sonntag am Abschlussgottesdienst teil. Bei diesem erläuterte der Papst, dass im Zentrum des christlichen Glaubens nicht eine abstrakte Lehre, sondern die Person Jesus Christus stehe. Dieser sei Zentrum der Schöpfung sowie der "Geschichte der Menschheit und jedes Menschen", sagte der Papst. Wenn Jesus im Mittelpunkt stehe, "erhellen sich auch die dunkelsten Augenblicke unserer Existenz", so Franziskus. Sobald Jesus jedoch an den Rand gedrängt und durch "etwas Anderes" ersetzt werde, schade dies den Menschen und ihrer Umwelt, warnte der Papst. Zugleich hob er hervor, dass Jesus niemand verurteile. "Jesus verkündet nur das Wort von der Vergebung, nicht das von der Verurteilung". Wenn der Mensch den Mut aufbringe, diese Vergebung anzunehmen, lasse ihn Gott nie mehr fallen, erläuterte Franziskus.

Dank an Ehrenamtliche

Papst Franziskus bedankte sich auch bei Ehrenamtlichen für ihre Hilfe im "Jahr des Glaubens". Das Themenjahr habe den Blick auf das Wesen des christlichen Weges geschärft und die Flamme des Glaubens in der ganzen Welt neu belebt, sagte der Papst am Montag bei einer Audienz für die Helfer im Vatikan. Der Glaube sei "die unerschöpfliche Ader für unser ganzes Handeln, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, mit den Freunden".

Der Glaube an Christus sei ein unzerstörbarer Fels, auf den sich die Menschen verlassen könnten, so Franziskus weiter: "Es gibt viele Menschen, die eine menschliche Geste brauchen, ein Lächeln, ein wahres Wort, ein Zeugnis, durch das sie die Nähe Jesu Christi begreifen." Christen seien eine missionarische Gemeinschaft und sollten mutig für ihren Glauben einstehen.

Rom-PilgerInnen

Mehr als sieben Millionen Pilger sind nach vatikanischen Angaben im "Jahr des Glaubens" in Rom registriert worden. Diese Zahl berücksichtige jedoch nur die organisierten Wallfahrten und jene Pilger, die ihre Anreise mitgeteilt hätten, sagte der Präsident des Päpstlichen Neuevangelisierungsrates, Erzbischof Rino Fisichella, in einem am Sonntag von der vatikanischen Tageszeitung "Osservatore Romano" veröffentlichten Interview. Vor allem Pfarreien seien unter den Pilgergruppen stark vertreten gewesen, so Fisichella, der für die Organisation des Themenjahres verantwortlich war.

Die eindrücklichste Veranstaltung im "Jahr des Glaubens" war nach Einschätzung Fisichellas die Eucharistische Anbetung im Petersdom Anfang Juni mit Papst Franziskus. Sie werde in Erinnerung bleiben als der "Augenblick, in dem Jesus wahrhaft das Herz der Welt" gewesen sei, so der italienische Erzbischof in dem Interview. Zugleich hob er hervor, dass die "geistlichen Früchte" und der Enthusiasmus, den diese Initiative hervorgebracht hätten, nun in den einzelnen Ortskirchen und Gemeinschaften weiter gepflegt werden müssten.


kathpress / red.