75 Lebensjahre, davon 50 als Priester und fast 25 als Erzbischof von Wien: Das Jahr 2020 ist für Kardinal Christoph Schönborn ein besonderes...

Foto: Catholic Church of England and Wales / M.Mazur / flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0

Am 22. Jänner 1945 wurde er als Christoph Maria Michael Hugo Damian Peter Adalbert ins Adelsgeschlecht der Schönborns geboren. Die Familie lebte damals auf Schloss Skalken in Vlastislav im heutigen Tschechien, von wo man sie mit den Worten „Herr Schönborn, Sie sind ausgeladen aus der Tschechischen Republik mit Ihrer ganzen Familie“ vertrieb. Über Breiteneich bei Horn in Niederösterreich und Graz kamen die Schönborns schließlich nach Schruns im Montafon. Dort nahm auch Christophs theologische Laufbahn ihren Anfang: Der Zweitgeborene wurde zunächst Ministrant, trat, beeinflusst durch seinen Mentor, den Dominikanerpater Paulus Gunz, später den Dominikanern bei. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Bornheim-Walberberg, Wien und Paris wurde er am 27. Dezember 1970 in Wien durch Erzbischof Franz König zum Priester geweiht. Sein Weg führte ihn weiter an die Universität Regensburg zu Joseph Ratzinger, dessen Schüler er wurde und von da an die Hochschule in Fribourg, wo er Professor katholische Dogmatik lehrte. Schönborn war Redaktionssekretär des Weltkatechismus, bevor ihn Papst Johannes Paul II. am 11. Juli 1991 zum Titularbischof von Sutrium und zum Weihbischof in Wien ernannte. Er zählt zu den gefragtesten theologischen Stimmen in der Weltkirche.

„Das war überhaupt nicht meine Lebensplanung...“

Diese Biografie sei an vielen Stellen so nicht geplant gewesen, bekannte Schönborn in einem Gespräch mit dem Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, für die Zeitung „Der Sonntag“. Nachzulesen ist das Porträt hier »

Schönborns Rolle in der Weltkirche würdigt ein Artikel in der Beilage „Christ & Welt“ »

Schönborn, der nach der Rekonvaleszenz von einer Lungenerkrankung in diesen Tagen seine Amtsgeschäfte wieder aufnimmt, hat bereits im vergangenen Herbst Papst Franziskus sein obligatorisches Rücktrittsgesuch („nunc pro tunc“ – „jetzt für später“) überbracht. Eine offizielle Antwort seitens des Vatikans kam pünktlich zum Geburtstag: Bis auf weiteres bleibt Schönborn im Amt. „In der Praxis bedeutet diese als besonders ehrenvoll geltende Regelung, dass in Ruhe das Verfahren zur Findung eines geeigneten Nachfolgers durchgeführt wird“, hielt die Wiener Erzdiözese am Dienstag fest. Die Abberufung Schönborns als Erzbischof von Wien werde dann voraussichtlich zeitgleich mit der Bekanntgabe seines Nachfolgers erfolgen. Wann das sein wird, ist offen. In vergangenen Fällen betrug diese Zeitspanne oft mehr als ein Jahr, kann aber auch kürzer ausfallen.

Vermutet wird, dass der Kardinal nach gesundheitlichen Rückschlägen in Zukunft kürzertreten und beispielswiese bei der kommenden Tagung der Österreichischen Bischofskonferenz im März im Bildungshaus St. Michael in Matrei am Brenner deren Vorsitz zurücklegen wird.

Alles Gute!

Für die zahlreichen Glückwünsche, die ihn bereits im Vorfeld erreichten – von Bundespräsident, Bundeskanzler und vielen Österreicherinnen und Österreichern, bedankte sich Schönborn mit einer Videobotschaft.

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Quelle: kathpress.at (1 | 2| 3) / Der Sonntag/Erzdiözese Wien / Wikipedia / religion.orf.at / red