Der Vatikan hat angekündigt, die im Zuge der Amazonien-Synode anfallenden Treibhausgasemissionen zu kompensieren.

Es handle sich lediglich um eine „symbolische Geste“, betonte Kardinal Baldisseri. Damit hat er nicht ganz unrecht, denn am besten tut dem Klima jedes Milligramm CO2, das nicht freigesetzt wird. Die „Kompensation“ in Form von Ausgleichszahlungen an Organisationen, die beispielsweise Aufforstungsprojekte finanzieren, sei „moderner Ablasshandel“ wetterte vor einiger Zeit sein Chef Papst Franziskus. Trotzdem: Die Ankündigung, dass jene 573 Tonnen Kohlendioxid, die im Zusammenhang mit der jüngst gestarteten Amazonien-Synode vor allem für die Flugreisen der Delegierten anfallen, zumindest auf dem Papier ausgeglichen werden sollen, indem für 10.000 Euro rund 50 Hektar des Amazonasbeckens begrünt werden, ist der Erwähnung wert. Weil es zeigt, dass man im Vatikan wirklich versucht, umzudenken und den Erkenntnissen der Klimaforschung Rechnung zu tragen. Dass man die Synode, die sich vordergründig auf einen kleinen Teil Südamerikas konzentriert, tatsächlich aber die ganze Welt betrifft – Titel: „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ –, nicht nur als Feigenblatt benutzt, um mehr schlecht als recht zu verdecken, dass die Kirche zwar Schöpfungsverantwortung predigt, drumherum aber aktive Umweltzerstörung betreibt.

Green Event im Vatikan

Dazu gehört, dass laut Baldisseri bei der dreiwöchigen Synode keine Materialien aus Einwegplastik zum Einsatz kämen. Die vom Vatikan gestellten Tagungsmaterialien wie Papier, Stifte und Taschen seien besonders umweltverträglich gewählt worden.

Das sind gute erste Schritte. Ein nächster könnten sein, dass kirchliche Institutionen prüfen, wo und wie sie ihr Geld anlegen – und ob nicht doch noch Investitionen im fossilen Energiesektor darunter sind, die schleunigst abzustellen wären. Weiters lohnt der Blick in die Forderungen der „Religions for Future“, einem überkonfessionellen Zusammenschluss für wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel. Für die (Vorarlberger) Pfarre vor Ort gibt es bereits einen Leitfaden: Das Projekt f5 zeigt, wie man das Geschehen in fünf Bereichen fairer und umweltfreundlicher gestalten kann.

Quelle: kathpress.at / red