Seit Wochen bevölkern sie wieder die Regale zahlreicher Supermärkte, halten mit ihren großen Marzipan-, Schokoladen- oder Zuckeraugen Ausschau nach potentiellen Käufer/innen und erfreuen vor allem Kinder. Doch Osterhase ist nicht gleich Osterhase. Manche von ihnen haben es faustdick hinter den Löffeln - pardon Ohren. Kinderarbeit und Menschenhandel sind Stichworte, die einen hierbei hellhörig werden lassen sollten.

Klar, das Osterfest ist für den Handel in Hinblick auf den Umsatz fast so wichtig wie Weihnachten. Ostergeschenke, Süßigkeiten und natürlich Osterhasen dürfen in keinem Nest fehlen. Dass manch Schokolade, die Kinder hier in ihren Osternestern finden, in anderen Teilen der Welt ebenfalls von Kindern produziert wurden, ist nicht auszuschließen.

Harkin-Engel
Zugegeben, das Dilemma um die Kakao-Produktions ist nicht neu. Bereits 2001 haben die Verbände von Schokoladen- und Kakaoherstellern das Harkin-Engel-Protokoll unterzeichnet und damit in einer freiwilligen Vereinbarung zugesichert, bis 2004 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beenden. 11 Jahre später ist das Protokoll immer noch nicht umgesetzt und ausbeuterische Kinderarbeit existiert weiterhin.

Kinderarbeit...
Eines dieser Negativbeispiele ist die Elfenbeinküste. Dort arbeiten laut
internationaler Arbeitsorganisation ILO etwa 820.000 Kinder in der Kakaobranche.  260.000 von ihnen in einem Maße, das gegen die ILO‐Konventionen verstößt. Verletzungen die von Macheten stammen, die die Kinder zum Abschlagen der Kakaofrüchte von den Bäumen benötigen, sind keine Seltenheit. Zudem müssen sie schwere Lasten tragen und sich gesundheitlichen Risiken, die von der Verwendung von Pestiziden herrühren, aussetzen. Betrifft uns nicht? Wenn man bedenkt, dass in diesem Land immerhin 40 Prozent der Kakaowelternte produziert werden vielleicht doch.

...und Menschenhandel
Auch der Menschenhandel ist an der Elfenbeinküste nach wie präsent: Rund 21.400 der arbeitenden Kinder stammen eigentlich nicht von dort.
2009 soll es noch immer Menschenhandel mit Kindern aus Burkina Faso und Mali gegeben haben, die in die Elfenbeinküste verkauft werden.

Was können wir dagegen tun?
Einen ersten Schritt hat Europäische Parlament vergangene Woche bereits getan: Schließlich wurde der Neuauflage des internationalen Kakao-Abkommens zugestimmt, mit dem eine sozial und ökologisch nachhaltige Kakaowirtschaft sichergestellt werden soll. In ihrer Resolution setzen sich die Abgeordneten für verstärkte Kontrollen in der gesamten Produktionskette und für bessere Rückverfolgbarkeit von Kakaoprodukten ein.

Und ich persönlich?
Auch privat lässt sich etwas gegen Kinderarbeit unternehmen. Und zwar indem Konsument/innen zu Fairtrade-Produkten greifen. Damit die Kinder nicht auf Schokolade in Hasenform verzichten müssen, gibt es diese in vielen Geschäften und Supermärkten zu kaufen. Riegelein Confiserie oder EZA Schokolade Osterhasen beispielsweise. Wer sich die nachhaltigen Hasen gerne ansehen möchte, kann dies auf der Homepage von Fairtrade tun. Damit Sie die Frage des Osterhasen mit gutem Gewissen mit "ja" beantworten können: "Bin ich Fairtrade?"

Übrigens: Für diejenigen, die das Thema interessiert, hätten wir noch einen Filmtipp:

The Dark Side of Chocolate
Deutschland/Dänemark 2010
45 Minuten
Regie: Miki Mistrati

PS: "The Dark Side of Chocolate" und noch viele andere sehenswerte Filme kann man sich bei der Medienstelle der Katholischen Kirche ausleihen.