Während wir Donnerstag das Fest der Gegenwart Jesu in Brot und Wein feiern, leiden zehn Prozent der Menschheit Hunger. Dass die Caritas zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni auch an sie erinnert, ist kein Zufall.

Mehr als 70 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht – davon 85 Prozent in Entwicklungsländern. Die Gründe sind vielfältig – Krieg, Vertreibung, aber auch: Überschwemmungen, Dürre und Hunger. 821 Millionen Menschen – also etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung – werden Tag für Tag nicht satt; mehr als noch im Vorjahr. Grund dafür seien auch die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels, an dem wiederum die Industrienationen eine Hauptschuld trügen, betonte Caritas-Präsident Michael Landau unter Berufung auf eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien.

Die Folgen unseres Handelns spüren andere

Betroffen seien vor allem Länder Afrikas und Asiens, die mehrheitlich von der Landwirtschaft lebten, viele davon mit Subsistenzwirtschaft. Vertrocknet die Ernte oder verhindern Überschwemmungen die Aussaat, sei Hunger in weiten Teilen der Bevölkerung die Folge. „Also trifft die Klimakrise jene am stärksten, die sie am wenigsten verursachen. Auch das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir über Menschen auf der Flucht nachdenken“, so Landau weiter. (PS: In Sachen "Zugang zu sauberem Trinkwasser" sieht es vielerorts übrigens nicht besser aus, vgl. Bericht auf ZEIT online)

Hunger sei kein Naturgesetz, sondern vielmehr ein Skandal, „den wir beenden können, wenn wir das wollen, denn es gibt mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der UNO (SDG) einen Masterplan für eine bessere Welt“, betonte der Caritas-Chef. Allerdings seien sowohl Österreich als auch die Europäische Union bei der Umsetzung dieser Ziele säumig. Landau forderte deshalb einen konkreten Plan zur schrittweisen Umsetzung sowohl auf Österreich- als auch auf Europaebene.

Der Hunger ist besiegbar!

Die Caritas selbst leistet Ernährungshilfe und arbeitet daran, Familien und Dörfer widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen der Klimakrise zu machen. Schulungen im nachhaltigen Anbau sollen die Ernährungssicherheit in den Ländern Afrikas und Asiens erhöhen. „Wir alle können mithelfen, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden und die Welt so zu gestalten, dass möglichst alle Menschen ein gutes Leben führen können. Wenn es darum geht, die Klimakrise zu stoppen, Handelsbeziehungen fair zu gestalten oder Entwicklungszusammenarbeit auszuweiten, ist jedes Land in die Pflicht zu nehmen.“ Eine Welt ohne Hunger und Krieg dürfe keine Vision bleiben, Hilfe vor Ort rette Leben und gebe Zukunftschancen.

Quelle: kathpress.at / red

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