So viele sind nämlich klimaverträglich, hat Kairos, das Institut für Wirkungsforschung und Entwicklung aus Bregenz, errechnet. Damit die Vermessung unseres Lebensstils in Zukunft noch einfacher wird, haben die Initiatoren der Aktion „Ein guter Tag hat hundert Punkte“ eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Ziel: Eine App zum Klimapunkte-sammeln – unter anderem.

Ein guter Tag? Ab aufs Rad und an den See! Einmal abtauchen, runterkühlen und dann im Schatten lesen. Auf dem Heimweg noch ein Eis und abends 'ne Runde Grillen mit Freunden. Macht: 49 Punkte – die Hälfte des idealen Tagesverbrauchs. Das heißt: Nicht ganz, denn eingerechnet sind hier natürlich noch nicht die anteiligen Anschaffungskosten für Badeanzug, Handtuch, Buch und Fahrrad, für Grill, Handy-zum-Freunde-informieren – und, und, und.
Aber bevor sie jetzt aussteigen und den Kopf schütteln ob dieser merkwürdigen Mischung aus Weight Watchers und BWL: Von vorn.

6,8 Kilo pro Nase und Tag

Es waren einmal ein paar kluge Köpfe in Bregenz. Sie sahen sich um in der Welt und stellten fest: So richtig gut hat es unser Planet mit uns Menschen nicht getroffen. Zu viel Müll, zu viel CO2, zu viel Ignoranz.
Kein neuer Gedanke, nein. Aber in Bregenz dachte man weiter. Man fragte sich zum Beispiel, wie um alles in der Welt man Krethi und Plethi dazu bewegen kann, täglich wirklich nur jene 6,8 Kilogramm CO2 zu verursachen, die helfen würden, die Erderwärmung auf durchschnittlich 2 Grad Celsius zu begrenzen. Und machten es dann ein bisschen wie dieser Herr Celsius: Null Emission = Nullpunkt, die maximal erwünschte Tagesemission: 100 Punkte („Siedepunkt“).

Eine sehr eingängige Skala, auf der zwei Kugeln Eis mit einem Klimapunkt auftauchen, ein Bratwürstchen im Brot mit 24 (Ein Viertel des idealen Tagesverbrauchs!) und ein Flug von Wien nach Hamburg 2.732 Punkten, ganz einfach berechenbar via Online-Plattform. Und bald vielleicht auch per App.

Das ist jedenfalls das Ziel, das sich die klugen Köpfe aus Bregenz gesteckt haben. Bis zum 16. Juli läuft eine Crowdfunding-Kampagne, die nicht nur das Programmieren der App in fünf Sprachen finanzieren soll, sondern die ganze „Ein gute Tag hat hundert Punkte“-Aktion auf professionelle, d. h. hauptamtliche Beine stellen. Bisher sind die grafische Gestaltung und Webprogrammierung nämlich unentgeltlich geleistet worden.

Die besten Dinge? Unbezahlbar – und gratis

80.000 Menschen hat kairos, das Institut für Wirkungsforschung und Entwicklung, seit Beginn der Initiative schon erreicht. Und auch wenn niemand niemanden bevormunden will oder zu ökologisch korrektem Verhalten zwingen: jeder mehr ist gut. Jeder, der versteht, dass die Dinge, die am meisten Spaß machen, auch dem Klima gefallen: Im See planschen, lesen, Freunde treffen.

Und wie umweltverträglich lebst Du?

Jetzt berechnen unter www.eingutertag.org
Kampagne unterstützen: www.startnext.com/eingutertag
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