Seit 20 Jahren ist Rat auf Draht – der Notruf für Kinder und Jugendliche – unter der Nummer 147 erreichbar.

Ursprünglich war die Helpline eine Ortstarifnummer, am 15. September 1999 wurde sie in die Notrufnummer 147 umgewandelt. „Ganz bewusst wählte man die am Display untereinanderliegenden Zahlen 1 – 4 – 7: eine einfache Tastenkombination, die sich auch jüngere Kinder leicht merken können“, sagt Leiterin Birgit Satke, seit 1994 bei Rat auf Draht.

Unter 147 sind 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche ExpertInnen für die jungen Menschen erreichbar – also auch zu Zeiten, in denen sonst wenig psychosoziale Hilfe zur Verfügung steht wie nachts oder am Wochenende. Rat auf Draht geht auch mit der Zeit und bietet mittlerweile eine Online- und Chatberatung an.  

Kostenlos und anonym

Kinder und Jugendliche können sich kostenlos und anonym beraten lassen. „Die Anonymität ist besonders wichtig bei Themen, die mit Schamgefühlen oder Befürchtungen verbunden sind“, sagt Satke. Die Anrufe scheinen auch nicht in der Telefonabrechnung auf. Das ist besonders dann wichtig, wenn sich ein Kind wegen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt in der Familie an Rat auf Draht wendet.

Die Anrufe werden von PsychologInnen, Lebens- und SozialberaterInnen, PsychotherapeutInnen oder JuristInnen entgegengenommen. Dass Kindern und Jugendlichen jederzeit kostenlose telefonische Hilfe durch ein Team von ExpertInnen zur Verfügung steht, ist einzigartig in Europa. Und der Bedarf ist groß: 2018 gab es rund 75.000 Telefonkontakte.

Frühe Hilfen

„Oft sind unsere BeraterInnen die ersten Personen, die von schweren Problemen erfahren. Dadurch besteht die Chance, Belastungen frühzeitig zu reduzieren und regionale, längerfristige Unterstützungsangebote zu vermitteln“, so Satke. „Solch frühe Hilfen können verhindern, dass Belastungen zu chronischen Problemen mit Folgeproblematiken werden, wie etwa Schul- oder Lehrabbrüche oder soziale Isolierung.“

Seit 2013 ist Rat auf Draht ein Angebot von SOS-Kinderdorf. Die Hotline wird vorwiegend über Spenden finanziert.