Ein alternatives Wirtschaften wünscht sich Papst Franziskus für die Welt – und lädt junge Vordenker/innen darum im März 2020 nach Assisi.

Ob auch das eine Antwort auf die „Fridays for Future“ ist, die weltweiten Schülerstreiks für ein Umdenken in Sachen Klima und Wirtschaft? „Die Angehörigen der jungen Generation müssen den Aufbau einer neuen Gesellschaft in die Hand nehmen. Sie sind fähig, den immer angstvolleren Schrei der Erde und ihrer Armen zu hören.“ Das schreibt Papst Franziskus in seiner Einladung zum ersten „Economy of Francesco“-Gipfel, der im März 2020 mit jungen Ökonom/innen und Unternehmer/innen in Assisi stattfinden soll.

Visionen einer anderen Welt

Ziel des Treffens sei es, jene zusammenzubringen, die sich in Studium und Praxis um eine alternative Wirtschaft bemühten, „die leben lässt und nicht tötet, die einschließt und nicht ausschließt, die menschlich macht und nicht entmenschlicht, die sich um die Schöpfung sorgt und sie nicht ausbeutet“, so der Vatikan in einer Aussendung. Von einem solchen Umdenken hänge das Schicksal des Planeten ab, glaubt Papst Franziskus: „Solange unser Wirtschafts- und Sozialsystem auch nur ein Opfer fordert und auch nur einen Menschen aussortiert, kann es kein Fest der universalen Brüderlichkeit geben“, schrieb er. Wachstumsmodelle müssten auch der Umwelt, dem Leben, der Familie, sozialer Gerechtigkeit, der Würde von Arbeitern und den Rechten kommender Generationen Rechnung tragen.

Für das Projekt möchte er auch führende Wirtschaftswissenschaftler und Manager gewinnen. Die Wahl Assisis als Veranstaltungsort sei ein Verweis auf den Ordensgründer Franz von Assisi (1181/82-1226), der vor allem für seine radikale Armut und seine Schöpfungszugewandtheit wahrgenommen wird. Franziskus nannte ihn ein „Musterbeispiel für die Sorge um die Schwachen und eine ganzheitliche Ökologie“, der das Evangelium auch auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene in letzter Konsequenz gelebt habe.

Herzenssache

Dass ihm persönlich diese Themen ebenfalls Herzensangelegenheiten sind, hat Papst Franziskus spätestens mit seiner Enzyklika Laudato si‘ unmissverständlich klar gemacht. Und nun ist er einmal mehr auf der Suche nach MitstreiterInnen: Seinen Aufruf richtet Franziskus an „alle Menschen guten Willens“ unabhängig von Glauben oder Nationalität. Wer weiß: Vielleicht trifft man auch einige „Fridays-For-Future“-Protestler/innen in Assisi?  

Quelle: kathpress.at / Red