Seit zehn Jahren setzt die Earth Hour ein Zeichen gegen den Energiewahnsinn der Gegenwart. Am Samstag gehen zwischen 20.30 und 21.30 Uhr wieder weltweit die Lichter aus. Auch im Ländle.

Die Stunde der Erde ist für einige auch die Stunde der Wahrheit: Während – zum Beispiel in den USA – die „Theorie“ vom Klimawandel von einigen scharf kritisiert wird, gibt es für die meisten nichts zu rütteln: Klimawandel is real.

Der Jojo-Effekt

Allein mit der Konsequenz hapert es. Es ist so ähnlich wie mit Diäten: Im Prinzip ist uns allen klar, dass sich dauerhafte Verschlankung nur mit einer dauerhaften Änderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten erreichen lässt. Und trotzdem setzen wir alle Hoffnung in die nächste Low-Carb-Low-Fat-Low-Whatever-Diät und sind fürchterlich überrascht, wenn die „Wiedereinführung“ von Schokolade, Pommes und Co ins Menü den Jojo-Effekt auf den Plan ruft.

Mehr radeln, weniger Plastik, weniger Fleisch

Nicht anders in Sachen „klimafreundliches Verhalten“ – die Maßnahmen sind schließlich bestens bekannt: Mehr radeln und nicht, nur weil es ein bisschen fisselt, doch schnell mit dem Auto. Weniger Plastik, und nicht, nur weil so praktisch, doch eben das Sackerl von der Supermarktkassa. Weniger Fleisch, und nicht… genau.

60 Minuten für den Planeten

Wahlweise: die Akuttherapie namens „Earth Hour“: Seit 2007 schalten Menschen auf der ganzen Welt einmal im Jahr für eine Stunde das Licht aus – heuer am kommenden Samstag, den 25. März zwischen 20.30 und 21.30 Uhr.
Hunderte Millionen Haushalte mit-ohne Licht waren es 2016 in mehr als 7.000 Städten und Gemeinden in über 178 Ländern der Welt. Darunter: 1.200 berühmte Gebäude und Monumente wie das Brandenburger Tor in Berlin, die Londoner Tower Bridge, Festung Hohensalzburg und Schloss Schönbrunn in Salzburg und Wien.

Vorarlberger Pfarren lichtfasten

Im Ländle bleibt Samstagabend der Bludescher St. Jakobskirche in diesen 60 Minuten unbeleuchtet, ebenso Dorfplatz, Kirchenturm und Teile der Straßenbeleuchtung in Bezau, das Festspielhaus und der Martinsturm in Bregenz, die Fassadenbleuchtung der Hotels und der Kirche in Lech, ähnlich auch in Hard, in den Pfarren in Nofels und Rankweil… und vielleicht auch das eine oder andere Wohnzimmer? Für den Klimawandelwandel. Damit die Skeptiker aus den USA am Ende vielleicht doch irgendwie recht behalten...