Woher der eierliefernde Hase kommt: nobody knows. Die einen vermuten, sein Urahn sei die Missinterpretation eines handwerklich nicht ganz gelungenen Osterlamms, andere halten Meister Lampe für den Inbegriff des Kapitalisten, weil er arme Hennen für sich schuften lässt, und wieder andere führen ihnen auf einen Übersetzungsfehler in der Bibel zurück. So oder so: das Langohr gehört zum Hochfest wie Osterfeuer und Eiersuche – und zwar am allerliebsten in der Darreichungsform Schokolade. Einen Weg durch den Dschungel des Angebots bahnt auch heuer der Osterhasencheck des Vereins Südwind.

Und da gibt es die eine oder andere Überraschung. Zwar seien Angebot und Nachfrage nach fair und nachhaltig zertifizierten Schokohasen weiter gestiegen, wie es in der Presseaussendung heißt, allerdings gebe es gerade bei den großen und namhaften Produzenten nach wie vor Nachholbedarf: Die beliebten „Goldhasen“ von Lindt, die lila Milka-Hasen, die eleganten Weißen von merci: Sie alle tragen weder Gütesiegel für ökologische und/oder soziale Herstellungsbedingungen, noch sind sie frei von Pestizidrückständen. Die drei Siegerhasen von EZA, Natur aktiv (Hofer) und Swiss Confisa hingegen: pesitizidfrei, fairtrade, bio.

Drei Sieger, neun okay, zehn durchgefallen

31 Schokoosterhasen aus österreichischen Supermärkten haben die Qualitätstest der Initiative der Menschenrechtsorganisation Südwind und der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 absolviert. Unternehmenseigene Nachhaltigkeitsinitiativen der Hersteller wurden dabei nicht berücksichtigt, weil sie auch für die KonsumentInnen nicht am Produkt nachvollziehbar seien, erklärt Sprecherin Caroline Sommeregger das Vorgehen.
Zwölf der geprüften Hasen erhielten in mindestens einer Kategorie – soziale oder ökologische Unbedenklichkeit – eine grüne, also gute Bewertung, zehn fielen in den Tests durch.

Faire Schokolade – das zeichnet sie aus

Ist wenigstens der Hase in Ordnung, ist schon viel gewonnen, schließlich liegen die Serotoninbomben  in zwei Drittel der österreichischen Osternester. Beim Schokoeierkauf gelten dieselben Kriterien wie auch sonst im Jahr: Am meisten haben alle Beteiligten davon, wenn die Schokolade das Bio-Siegel trägt. Die Faitrade-Zertifizierung fängt ebenfalls einiges auf – uneindeutiger wird’s bei UTZ- oder Rainforest Alliance-Siegel.

Generell, das stellt Sommeregger klar, müsse allen bewusst sein, wie Wertschöpfung in der Schokoladenherstellung funktioniere: 44,2 Prozent des Umsatzes streiche der Handel ein, 35,2 Prozent die Hersteller. Bei den Kakaobäuerinnen und -bauern landeten lediglich 6,6 Prozent des Geldes – pro 100-Gramm-Tafel Schokolade à 1,09 € also gerade einmal 7 Cent (Supermärkte: 47 Cent, Hersteller: 38 Cent). Dass in vielen Regionen auch Kinder im Kakaoanbau mitarbeiten müssten, weil sich ihre Eltern angesichts dieser Einkünfte keine Arbeiter leisten könnten, wüssten ohnehin die wenigsten.

DIY statt Verpackungswahnsinn

Und wenn man sich dann noch klar macht, was für ein Verpackungswahnsinn die einzeln in Alufolie eingewickelte Schokoeier à 5 bis 15 Gramm sind… ähm... schmeckt's noch? Oder wie wäre es mit Alternativen – zum Beispiel aus der eigenen Küche?

Am einfachsten sind sicher Eier aus Marzipan, aber selbst gefüllte süße Eier lassen sich ohne großes Zubehör herstellen, wie der Blog My daily green zeigt. Experimentierfreudigere backen Kuchen in einer der natürlichsten Formen und Verpackungen der Welt – der Eierschale – oder gießen sich darin ihre eigenen Schokoeierhüllen.

Zum Weiterlesen

Der vollständige Osterhasencheck zum Download
Kurzbericht „Bittersüße Schokolade“ zum Download