Unfallfrei Auto- oder Fahrradfahren und dafür Gutes tun: Bei der Christophorus-Aktion wird bis zum 21. Juli jeder unfallfrei zurückgelegte Kilometer mit einem Zehntel-Cent Spenden belohnt. Unterstützt werden Priester und geistliche Schwestern in den ärmsten Regionen der Welt - und damit auch die Bevölkerung dort.

Es ist doch selbstverständlich, ein Auto, Fahrrad, Mofa oder Motorrad zu besitzen – hier in Vorarlberg jedenfalls. In wirtschaftlich armen Ländern in Afrika, Asien oder Südamerika hingegen sind Fahrzeuge ein Luxusgut, das sich einige nicht leisten können, oft aber dringend brauchen würden. Die Missionsverkehrsarbeitsgemeinschaft Austria (MIVA) bittet deshalb im Rahmen ihrer großen Jahressammlung – der Christophorus-Aktion – um Spenden für Mobilität für die ärmsten Regionen der Welt.   

„Ein Zehntel-Cent pro unfallfrei gefahrenem Kilometer für ein MIVA-Auto“ lautet das Motto. Und das funktioniert so:  Von Monatsbeginn an lassen Autofahrer/innen, aber gerne auch Fahrer/innen aller Zweirädler, den Kilometerzähler laufen und spenden einen Zehntel-Cent pro unfallfrei zurückgelegtem Kilometer an die Christophorus-Aktion. Diese dauert bis zum 21. Juli, dem  Christophorus-Sonntag, der in vielen Pfarren Österreichs besonders gestaltet wird – z. B. mit Fahrzeugsegnungen. 2018 wurden in der Diözese Vorarlberg 62.027,97 Euro gesammelt.

Aus ungefähr 60 Ländern pro Jahr kommen die Ansuchen an die MIVA. Dass nicht nur Autos finanziert werden, zeigt das diesjährige Beispielprojekt: In einer südindischen Diözese sollen Priester für ihren Einsatz mit neuen Motorrädern ausgestattet werden.
Die Diözese Kottar liegt in Tamil Nadu, dem südlichsten Bundesstaat Indiens, nahe der Grenze zu Kerala. Bischof Nazarene Soosai hat um acht Motorräder für seine Priester gebeten. Sie sollen im hügeligen Landesinneren eingesetzt werden, denn dort steht die Kirche nach Angaben des Bischofs vor grundlegenden Herausforderungen der Entwicklung, Bildung und Glaubensvermittlung.

Priester auf zwei Rädern

In den Hügeln Richtung Norden leben die Menschen vor allem von der Landwirtschaft, die Erträge sind gering, die Mühen, das Nötigste zu erwirtschaften, groß. Kleine christliche Gemeinden liegen verstreut um die Hauptorte. Die Priester haben zwar keine sehr weiten Strecken zurückzulegen, aber sie müssen angesichts der Fülle ihrer Aufgaben mobil sein. Das Motorrad hat sich dafür als ideal bewährt: Es ist billiger in der Erhaltung, überwindet Engstellen und kommt trotz der täglichen Staus, die auch in kleineren Städten unvermeidlich sind, gut voran. Priester auf zwei Rädern, die oft an ihrem weißen Gewand erkennbar sind, gehören zum Verkehrsalltag.

Die Priester, die aus der Christophorus-Aktion neue Motorräder erhalten sollen, sind keine Motorrad-Anfänger, doch ihre alten Zweiräder sind am Ende ihrer Lebenszeit angelangt. In der Diözese wiederum reicht das Geld nicht einmal aus, um allen Priestern ein Gehalt zu zahlen. Die Unterstützung aus Österreich wäre somit hochwillkommen, sagt Bischof Soosai.

"Mobilität ist teilbar"

Das MIVA-Jahr 2019 ist geprägt von gleich zwei Jubiläen: Die MIVA selbst feiert ihr 70-jähriges Bestehen, deren größte und bekannteste Spendensammlung – die  Christophorus-Aktion – wird heuer zum 60. Mal durchgeführt.

Die MIVA Austria ist ein katholisches Hilfswerk mit Sitz in Stadl-Paura, Oberösterreich. Sie unterstützt diejenigen unter dem Motto „Mobilität ist teilbar“ diejenigen, denen sie fehlt. Neben dem typischen MIVA-Auto – einem an das Einsatzgebiet angepassten Geländewagen – stellt die Organisation auch Lkw, Pkw und Motorräder zur Verfügung, aber auch Lasttiere, Boote oder landwirtschaftliche Geräte. Mancherorts sind die die Fahrzeuge der Priester und geistlichen Schwestern für viele Menschen die einzige Transportmöglichkeit, im Notfall auch als Krankenwagen.

Die Christophorus-Aktion ist nach dem „Christus-Träger“ und Schutzheiligen der Reisenden benannt. Sie findet ihren Höhepunkt traditionellerweise am Christophorus-Sonntag. Dieser Sonntag steht im Zeichen der Dankbarkeit für die eigene Möglichkeit des sicheren Fahrens und Reisens sowie der Bitte dafür.  

In den Kirchen kann für die Christophorus-Aktion gespendet werden, aber auch online auf der MIVA-Webseite.