Qualität, ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und Effizienz in allen Arbeitsbereichen standen schon immer im Mittelpunkt der Arbeit des Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast. Seit kurzem kann dies dank der Lernorientierten Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW) auch auf dem Papier nachgewiesen werden.

Seit 15 Jahren betreibt das Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast nun schon systematisch Qualitätssicherung. Wenn auch ohne Zertifizierung. "Wir vermieden dadurch weitgehend bürokratische, perfektionistische Auswüchse, die mit der Einführung eines Qualitätssicherungssystems häufig verbunden sind", erklärt Karl Studer vom Bildungshaus die Beweggründe. Ausgangspunkt unserer Arbeit war und ist Vertrauen, nicht Kontrolle, setzt er nach und zitiert den Existenzanalytiker Günter Funke: "Wer alles kontrollieren will, dem gerät das Leben todsicher außer Kontrolle".

Ziele umgesetzt
Schon 1997 standen die Ziele des Qualitätssicherungsprozesses fest: „Wir wollen unsere Stärken kennen, pflegen und weiter entwickeln, Risiken sowie Schwachstellen aufspüren und Verbesserungen durchführen. Wir wollen aufmerksam verfolgen, was sich bei Gästen, Veranstaltern, im Weiterbildungsbereich und in der Gesellschaft verändert und kreativ und aktiv die Entwicklung unseres Betriebes gestalten.“ Ziele, die in einem Qualitätshandbuch beschrieben und in die alltägliche Organisation implementiert wurden. Eine offizielle Zertifizierung sei nicht zuletzt wegen den damit verbundenen Kosten nicht das Ziel gewesen, erinnert sich Studer.

LQW - und was dahinter steht
Warum sich das St. Arbogast nun doch für eine Zertifizierung entschieden hat, ist schnell erklärt: Mit der Mitgliedschaft des Dachverbandes "Forum Katholischer Erwachsenenbildung" im Jahr 2010 wurde diese unabdingbar. Die Wahl fiel auf LQW (Lernorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung) - ein schlankes Qualitätssicherungssystem , welches speziell für Weiterbildungsorganisationen entwickelt wurde und den Bildungsprozess und somit die Lernenden in den Mittelpunkt stellt.

Wozu dient das, was ich tue?
"Ausgangsüberlegung von LQW ist, dass eine Weiterbildungsorganisation nur die Qualität der Bedingungen von Bildung beeinflussen kann, nicht das Lernen selber, da Lernen ein selbstgesteuerter Prozess der Lernenden ist. Zur Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung ist daher eine Definition von „gelungenem Lernen“ unerlässlich", hält Studer die Vorteile fest. Ziel ist eine Verbesserung der Ermöglichungsbedingungen von Bildung dank der Steigerung von Reflexivität.  Dabei dreht sich alles um die Frage, warum ein bestimmter Prozess in welcher Weise die Bedingungen für gelungenes Lernen der Teilnehmenden verbessert.

In elf Qualitätsbereichen wurden an das Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast Anforderungen gestellt und deren Erfüllung in einem hunder Seiten starken Selbstreport festgehalten. Diese Woche fand nun endlich die Zertifikatsverleihung statt.