Papst Franziskus hat ein neues Institut für Ehe und Familie gegründet. Es soll die Arbeit der beiden Familiensynoden von 2014 und 2015 sowie des Lehrschreibens "Amoris laetitia" zu Ehe und Familie vom April 2016 fortführen.

Das ist zwar keine neue Idee, aber es hat ja schon mal funktioniert: Damals, 1981, als Papst Johannes Paul II. (1978-2005) im Nachgang zu einer Familiensynode und seinem Lehrschreiben "Familiaris consortio" das  "Päpstliche Institut Johannes Paul II. für Studien zu Ehe und Familie" gegründet hatte. 36 Jahre später gibt es einen "Relaunch": Nach den Bischofssynoden zu Ehe und Familie 2014 und 2015 und dem stark diskutierte Schreiben "Amoris laetitia" macht es Papst Franziskus seinem Vorgänger nach. Und aus dem Institut wird ein "Päpstliches Theologisches Institut Johannes Paul II. für Ehe- und Familienwissenschaften".

Größte Sorge um die Familie

Franziskus betont die Kontinuität: Mit den lateinischen Anfangsworten des Erlasses "Summa familiae cura" würdigt er seinen Vorgänger Johannes Paul II. für dessen "größte Sorge um die Familie". Jedoch machten die jüngsten Bischofssynoden mehr als drei Jahrzehnte später die neuen komplexen Herausforderungen für Eheleute und Familien bewusst. Der kulturelle Wandel rufe nach einem "analytischen und breitgefächerten Ansatz". In Seelsorge und Glaubensverkündigung, so stellt der Papst fest, könne die Kirche sich nicht auf "seelsorgliche und missionarische Konzepte" der Vergangenheit beschränken.

Die Weisheit des Glaubens

Weiter schreibt der Papst, in Lebenslagen, in denen viele Menschen stärker auf sich selbst angewiesen und weniger durch soziale Strukturen gestützt würden, müsse die Kirche die Weisheit des Glaubens klug und leidenschaftlich interpretieren und umsetzen. Schon im Herbst 2016 hatte Papst Franziskus das bisherige Institut für Ehe und Familie, das neben dem Hauptsitz in Rom Niederlassungen in verschiedenen Ländern hat, zu einer Neuorientierung im Sinne der jüngsten Synoden aufgerufen.

Mehr als Fortpflanzung und Verhütung

Das Themenspektrum des Instituts soll sich laut Institutspräsident Pierangelo Sequeri keinesfalls auf Fortpflanzung und Verhütung beschränken: Kernthemen werden auch die Kluft zwischen den Generationen und Fragen zum Verhältnis von Wirtschaft und Familie sein; neben der Rolle von Vater- und Muttersein stehen ebenso die Perspektiven von Ökologie und Nachhaltigkeit auf dem Programm. (red/kathpress)

Eine Nachlese zur Familiensynode 2015 mit Bischof Benno Elbs finden Sie hier