Landesrechnungshof beurteilt die Arbeit der Caritas im Bereich der Flüchtlings- und Migrantenhilfe sehr positiv.

„Wir freuen uns über die positive Bewertung und hohe Anerkennung unserer Arbeit durch den Rechnungshof. Vorarlberg geht hier den richtigen Weg in der Grundversorgung und in der Integration. In keinem anderen Bundesland funktioniert die Flüchtlingsbetreuung so harmonisch und im Einvernehmen mit der heimischen Bevölkerung. Mein Dank gilt meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen Ehrenamtlichen, die uns in der täglichen Arbeit unterstützen“, so Caritasdirektor Peter Klinger.

Situation in Vorarlberg

Derzeit sind in Vorarlberg 914 Frauen, Männer und Kinder aus 40 Nationen in Flüchtlingshäusern und privaten Quartieren als Asylwerberstatus im Land untergebracht. Zusätzlich gilt es ca. 1000 anerkannte Flüchtlinge, davon über 500 Kinder bei der Integration in die neue Heimat zu begleiten.

Von Anfang an sah das zwischen Land und Caritas vereinbarte Konzept vor, dass keine zentralen Großquartiere zu Ghettos werden, sondern die Asylwerber auf alle Landesteile verteilt werden. „Ein Kompliment gilt hier der Vorarlberger Bevölkerung, den Schulen, den Gemeinden, den Pfarrgemeinden, der Exekutive und der Landesregierung für den Schulterschluss und die dadurch sehr wirkungsvolle Arbeit in der Flüchtlingshilfe“, betont Caritasdirektor Peter Klinger. Durch ein Miteinander gelinge neben der Grundversorgung auch mehr und mehr die Integration von Konventionsflüchtlingen.

Asylverfahren dauern zu lange

Ein großes Problem ist nach wie vor die lange Dauer der Asylverfahren. Ein Drittel der AsylwerberInnen in Vorarlberg wartet bereits seit über fünf Jahren auf ihren Asylbescheid. „Es ist unfassbar und auch kostenintensiv, dass der Staat Österreich so lange benötigt, um Asylverfahren auf Rechtsgrundlage abzuschließen“, kann Caritasdirektor Peter Klinger diese Tatsache nicht nachvollziehen. Während ihrer Zeit in der Grundversorgung bekommen ein erwachsener Asylwerber 220,-- Euro für Lebensversorgung (Verpflegung, Hygieneartikel, Taschengeld) pro Monat, ein Kind 120 Euro. Die angemieteten Wohnungen weisen einen guten Kosten-Nutzen-Faktor aus. Die Caritas bezahlt im Durchschnitt für angemietete Flächen 4,41 Euro/m².

Nachbarschaftshilfe als Begegnungsmöglichkeit

AsylwerberInnen dürfen laut Bestimmungen keine bezahlte Arbeit annehmen, durch das Projekt „Nachbarschaftshilfe“ haben Privatpersonen jedoch die Möglichkeit, AsylwerberInnen für kleine Dienste im Haushalt oder Garten zu engagieren. Diese Maßnahme hat sich als wichtige Begegnungsmöglichkeit zwischen Einheimischen und Flüchtlingen bestätigt.

Explizit positiv erwähnt wurden im Bericht des Rechnungshofes die Bereiche Organisation, Controlling, Struktur, Transparenz und die fachliche Qualifikation der MitarbeiterInnen. Sämtliche Empfehlungen werden nun intern geprüft und in einem gemeinsamen Prozess mit den Beamten der Landesregierung im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt.

Die Caritas Vorarlberg sieht ihre Arbeit als ursprünglich-christlichen Auftrag im Sinne des Evangeliums. „Die Art und Weise, wie Vorarlberg mit Flüchtlingen umgeht, ermöglicht diesen Menschen eine gute soziale Eingliederung und ein friedliches Zusammenleben mit der ansässigen Bevölkerung“, bedankt sich Peter Klinger für alle kleinen und großen Gesten.