Der Vorarlberger Bischof em. Erwin Kräutler erhofft sich von der kommenden Amazonien-Synode u. a. starke Stimmen für die indigenen Völker und das Frauen-Diakonat. Ausführliches Interview am Sonntag auf ORF III.

Erwin Kräutler, Austro-Brasilianer, Koblacher und ehemaliger Bischof der brasilianischen Prälatur Xingu, hat hohe Erwartungen an die Amazonien-Synode. Bei der Bischofsversammlung soll es ja nicht nur um den Schutz der Regenwälder und die Rechte der indigenen Volksgruppen, sondern auch - ein innerkatholisch viel diskutiertes Thema – den Priestermangel gehen.Kräutler hofft, dass Bischöfe oder Bischofskonferenzen schon in absehbarer Zeit das Recht erhalten, verheiratete Männer („viri probati“) zu Priestern zu weihen – zunächst auf das Gebiet Amazonien begrenzt. Frauen sollten wenigstens Diakoninnen werden können, meint Kräutler.

Gemeinden, von Laien geleitet - auch von Frauen

Im Gespräch mit der „Orientierung“ schildert Kräutler die Situation in der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens, der Prälatur Xingu. Tatsache ist, dass die kleinen Gemeinden – es seien rund 800 – von Laien geleitet würden, „zwei Drittel von Frauen“. Der Priester komme nur zwei oder drei Mal im Jahr vorbei.

Ruhestand? Später!

Bischof Erwin Kräutler feiert am 12. Juli seinen 80. Geburtstag. 34 Jahre lang – von 1981 bis 2015 – war er Bischof der Prälatur Xingu, bis Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt annahm. Das Wort „Ruhestand“ mag er allerdings „nicht einmal in den Mund nehmen“, denn „solange der liebe Gott mir den Atem schenkt, mache ich weiter.“

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