Kardinal Christoph Schönborn (75) wird am 17. März den Vorsitz in der Österreichischen Bischofskonferenz im Rahmen ihrer Frühjahrsvollversammlung zurücklegen.

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Das hat der Wiener Erzbischof am Montag gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“ bestätigt. Ein entsprechendes Schreiben ist demnach bereits an alle Mitglieder gemeinsam mit den Unterlagen zur viertägigen Vollversammlung (16. bis 19. März 2020) im Tiroler Bildungshaus St. Michael in Pfons ergangen. Der Kardinal erklärte, dass er bereits im Herbst die Bischofskonferenz im Blick auf seinen 75. Geburtstag über diesen Schritt informiert habe, der nun formal vollzogen wird. Die Bischofskonferenz muss daher bei ihrer Vollversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen, der aus dem Kreis der Diözesanbischöfe kommen muss.

Im Juni 1998 übernahm Kardinal Schönborn vom damaligen Grazer Diözesanbischof Johann Weber den Vorsitz in der Österreichischen Bischofskonferenz, den er aufgrund mehrfacher Wiederwahl ohne Unterbrechung 22 Jahre lang innehatte. Zuletzt war Schönborn im November 2016 für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden.

Neuwahl bei der Bischofskonferenz

Bei den nun anstehenden Wahlen sind alle fünfzehn Mitglieder der Bischofskonferenz aktiv wahlberechtigt. Neben den neun Diözesanbischöfen und dem Militärbischof sind das auch die vier Weihbischöfe und der Abt von Wettingen-Mehrerau. Das Statut sieht eine Zweidrittelmehrheit der wahlberechtigten Mitglieder für die Wahl zum Episkopatsvorsitzenden vor. Ab dem dritten Wahlgang genügt die relative Mehrheit.

Neben Kardinal Schönborn gehören der Österreichischen Bischofskonferenz aktuell der Salzburger Erzbischof Franz Lackner (63), die Diözesanbischöfe Benno Elbs (Feldkirch, 59), Hermann Glettler (Innsbruck, 55), Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau, 56), Josef Marketz (Gurk-Klagenfurt, 64), Manfred Scheuer (Linz, 64), Alois Schwarz (St. Pölten, 67) und Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt, 56) sowie Militärbischof Werner Freistetter (66) an. Mitglieder sind außerdem die Weihbischöfe Hansjörg Hofer (Salzburg, 67), Anton Leichtfried (St. Pölten, 52), Franz Scharl (Wien, 61) und Stephan Turnovszky (Wien, 55) sowie der Mehrerauer Abt Vinzenz Wohlwend (50).

Vielfältiges Spektrum

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz koordiniert und moderiert das Gremium nach innen und repräsentiert es nach außen. Er beruft die Vollversammlung ein, erstellt gemäß den Statuten die Tagesordnung und leitet die Sitzungen. Da er die Bischofskonferenz nach außen vertritt, ist es in der Regel der Vorsitzende, der die Öffentlichkeit über die Ergebnisse einer Vollversammlung informiert. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen grundsätzlich die Beziehungen zwischen Staat und Kirche auf nationaler Ebene.

Kardinal Schönborn wird die bevorstehende Frühjahrs-Vollversammlung am 16. März noch als Vorsitzender eröffnen. Ein Hauptthema der viertägigen Beratungen im Bildungshaus St. Michael sind die Universitäten und theologischen Fakultäten. Gleich am ersten Konferenztag sind sie Gegenstand eines Studiennachmittags der Bischöfe. An den folgenden Tagen befassen sich die Bischöfe mit dem nachsynodalen Papst-Dokument „Querida Amazonia“ und aktuellen politischen Fragen. Auch die Vorbereitungen zum österreichweiten Pfarrgemeinderäte-Kongress vom 21. bis 23. Mai in Saalfelden stehen auf der Agenda der Bischofskonferenz. Gleiches gilt für die von 3. bis 5. Juli in Klagenfurt geplante Jugendveranstaltung „Jesus in the City“.

Quelle: kathpress.at / red