Mehr Einsatz gegen Konflikte und den Klimawandel. So "simpel" kann eine Forderung sein, v.a. wenn sie vom Papst höchstpersönlich kommt. Und warum? Weil sie "Haupthürden im Kampf gegen Hunger und Migration" sind. Und genau deshalb sollen wir es auch vermeiden, Hunger als unheilbare Krankheit darzustellen.

"Kriege und klimatische Veränderungen verursachen den Hunger, vermeiden wir es also, ihn als unheilbare Krankheit darzustellen", brachte es Franziskus anlässlich des Welternährungstag  also auf den Punkt. Und forderte die Politiker zum Handeln auf - schließlich stehe die Glaubwürdigkeit des gesamten internationalen Systems auf dem Spiel. Es gelte das Recht jedes Menschen zu garantieren, sich nach seinen Bedürfnissen zu ernähren, bekräftigte der Papst das Recht auf Nahrung für alle.

Der Klimawandel und die Folgen

Nachdrücklich verwies der Papst auf die Folgen des Klimawandels. Wissenschaftliche Erkenntnisse über mögliche Gegenmaßnahmen stünden ebenso bereit wie die nötigen rechtlichen Instrumente. Dabei nannte Franziskus das Pariser Klimaabkommen. Von diesem würden sich jedoch "leider einige verabschieden", fügte er hinzu. Konkrete Staaten wie etwa die USA, die jüngst ihren Ausstieg aus dem internationalen Klimavertrag eingereicht haben, nannte der Papst nicht.

Ausdrücklich forderte Franziskus einen Wandel im Lebensstil sowie im Ressourcengebrauch, Produktion und Konsum. Die Frage der Ernährungssicherheit sei verknüpft mit der Migration. Nahrungsmittelspekulation sei mitverantwortlich für Konflikte und Lebensmittelverschwendung erhöhe "die Zahl der Letzten der Erde, die eine Zukunft fern ihrer Heimatländer suchen", so der Papst.

Wenn man sein Land verlassen muss

Opfer von Unterernährung, Kriegen und Klimawandel sähen sich genötigt, ihr Land zu verlassen und seien "vielfachen und schrecklichen Formen der Ausbeutung" ausgesetzt, erinnerte Franziskus, der auch eine "umfassende Verpflichtung zu einer schrittweisen und systematischen Abrüstung" forderte. Konflikte seien ein Faktor für das Entstehen oder die Verlängerung von Notlagen und zerstörten das soziale Gefüge, sagte er zur Begründung.

Für den Schutz von Bedürftigen nahm er auch die Diplomatie in die Pflicht. Diese müsse die "Kunst des Möglichen" sein und dürfe nicht darauf reduziert werden, Egoismus und Gleichgültigkeit zu rechtfertigen. In dem Zusammenhang bekannte Franziskus sich zu einem weltweiten Pakt für sichere, legale und geordnete Migration, der 2018 von den Vereinten Nationen verabschiedet werden soll.

Und was wir tun können

Menschen, die eine Hoffnung für ihr Leben suchten, ließen sich "von physischen, wirtschaftlichen, rechtlichen oder ideologischen Grenzen nicht aufhalten", betonte der Papst. Dabei wandte er sich gegen Kürzungen öffentlicher Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und eine Einschränkung multilateraler Kooperationen. Kritisch blickte er auch auf bilaterale Bündnisse, die eine bloße Wahrung von Sonderinteressen zum Ziel hätten oder schlicht einer "momenthaften Beruhigung". (red/kathpress)