Was macht ein 80 Quadratmeter violetter Pullover im Stephansdom? (Ab)hängen natürlich. Das "moderne Fastentuch" soll wärmende Nächstenliebe verbreiten und verhängt noch bis Karsamstag den Hauptaltar.

Und als ob das noch nicht genug wäre, ziert eine vier Meter hohe, tonnenschwere orange Wärmflasche - auch „Big Mutter“ genannt das Singertor auf der Südseite des Doms. "Wir müssen durchhalten, einander Nächstenliebe und Wärme schenken. Zugleich macht der Pullover deutlich: Wir sind auf jemanden angewiesen, der uns schützt, der uns ein Schutzmantel ist", deutet der der Wiener Dompfarrer Toni Faber die Kunstinstallation. Zudem habe der Pullover auch appellativen Charakter, insofern er dem Betrachter zurufe: "Tut es Gott gleich und umarmt den Nächsten wärmend!"

Ein moderner "Schutzmantel"?

Der Fastenpulli ist nicht neu, schließlich feierte er letztes Jahr sein Debüt. Coronabedingt leider eher verhalten. Gestaltet wurde der XXL-Pulli von Künstler Erwin Wurm, der sich eigenen Angaben zufolge beim Erschaffen von der christlichen Ikonografie, konkret von der Schutzmantelmadonna inspirieren lassen habe. Die Verbindung von avantgardistischer Kunst und Tradition, wie sie hier umgesetzt werde, sei dabei gewissermaßen eine "Rückkehr zu meinen Anfängen", so der international bekannte Künstler. Schließlich sei eben diese Verbindung in seiner Ausbildung und Frühzeit wichtig gewesen.

Noch bis 3. April

Das Fastentuch im Stephansdom wird seit 2013 von heimischen Kunstschaffenden gestaltet. Zu den bisherigen Mitwirkenden zählten etwa Peter Baldinger, Victoria Coeln und Eva Petric. Der "Fastenpulli" sowie die Riesenwärmflasche sind noch bis Karsamstag (3. April) im und vor dem Wiener Stephansdom zu sehen. 

Hier geht's zu den Fotos von der Wärmflasche und dem Riesenpullover