230 SängerInnen, 16 MusikerInnen, ein Domkapellmeister, ein Komponist und (s)ein neues Stück. Der diözesane Singtag am 22. September wird ein echtes Erlebnis – für SängerInnen und ZuhörerInnen.

Das Programm? Sportlich: Fünfeinhalb Stunden Probenzeit für 230 Sängerinnen und Sänger und ein Stück Musik, das die Welt noch nicht kennt. Für den zweiten diözesanen Singtag hat Kirchenmusikreferent Bernhard Loss die Latte hoch gehängt. Und nicht nur er: „Beim Magnificat müssen die Säulen des Doms wackeln“, zitiert Loss Feldkirchs Generalvikar Rudolf Bischof, der sich bei einem Vorbereitungstreffen für das Abendlob am 22. September in Feldkirch ein echtes Erlebnis wünschte.

Zum Mitsingen

Die Zeichen dafür stehen gut: „Musikalisch besonders am ‚Feldkircher Evensong‘ ist, dass der Wiener Kirchenmusiker und Komponist Wolfgang Reisinger eine sehr eingängige Musik geschrieben hat, die stilistisch immer wieder Anleihen beim Musical und bei Filmmusik nimmt, ohne die Bestimmung der Musik als Musik für den gottesdienstlichen Gebrauch aus dem Auge bzw. Ohr zu verlieren“, erklärt Loss die Auftragskomposition zum 50-jährigen Diözesanjubiläum. „Weiters ist die Gemeinde durch gut singbare Kehrverse, den Fürbittruf und das abschließende ‚Bleib bei uns, Herr‘ in den Evensong eingebunden“, ergänzt er. Dass Wolfgang Reisingers Refrains gemeindetauglich seien, hätte sich ohnehin schon herumgesprochen: Mehrere seiner Kompositionen finden sich im Österreichteil des (neuen) Gotteslob – schauen Sie ruhig einmal nach!

Reisinger wird am 22. September ab 19 Uhr übrigens auch selbst vor Ort sein, um zu hören, wie sein Stück live und in Farbe klingt. „Der Dom mit den wunderbaren Glasfenstern von Martin Häusle ist ein ganz besonderer Raum“, meint Loss. „Reisingers Evensong hier uraufführen zu dürfen, gesungen von Sängerinnen und Sängern aus den Kirchenchören der Diözese, begleitet von 16 Instrumentalisten und Domorganist Johannes Hämmerle, um gemeinsam für 50 Jahre Diözese Feldkirch und Feldkirch800 zu danken, sie zu feiern oder einfach zuzuhören und zu schweigen, wird ein einmaliges Erlebnis“, ist er sich sicher. Die zusätzliche vierte Strophe des letzten Liedes, die Dompfarrer Rudl Bischof extra für den „Feldkircher Evensong“ geschrieben hat, wird sicher auch seinen Teil dazu beitragen.

Auf gute Nachbarschaft!

Der Diözesane Singtag findet zum zweiten Mal statt. Inspiriert von den St. Galler Bistumssingtagen lud Loss im Namen der Diözese 2016 zum ersten Mal ein – und 380 SängerInnen folgten seinem Ruf. Seither wechselt sich dieses Chorfest mit den Tagen der Kirchenmusik ab. 2020 gibt es übrigens wieder etwas zu feiern: Der Feldkircher wie auch der St. Galler Cäcilienverband werden dann 150 Jahre alt (= die hl. Cäcilia von Rom ist Schutzpatronin katholischer Kirchenmusik). Auch zu diesem Anlass wird komponiert – vom Dornbirner Thomas Thurnher. Die Erstaufführung seines Werkes wird am 7. November 2020 im Rahmen des St. Galler Bistumssingtags in der Kathedrale in St. Gallen stattfinden, die Zweitaufführung am 21. November 2020 in Dornbirn St. Martin (Leitung Domkapellmeister Benjamin Lack).

Zur Sache: Feldkircher Evensong

Ein Evensong ist die Vesper (Abendlob), wie sie in der anglikanischen Tradition gefeiert wird: die Vesper (Abendlob) wird um den Lobgesang des greisen Simeon (das Nunc dimittis) erweitert. Am 22. September 2018 wird der neu komponierte Feldkircher Evensong von Wolfgang Reisinger der krönender Abschluss des zweiten diözesanen Singtags.

19 Uhr Abendlob-Evensong
mit Bischof Benno Elbs und Generalvikar Rudolf Bischof
Dom St. Nikolaus, Feldkirch
Freie Platzwahl und freier Eintritt, keine Anmeldung notwendig

Chor und Orchester des 2. Diözesansingtags
Orgel: Domorganist Johannes Hämmerle
Leitung: DKM Benjamin Lack

Mehr dazu »