In den "ALT.JUNG.SEIN. Lebensqualität im Alter"-Kursen sind oft TeilnehmerInnen mit Seh-, Hör- oder sonstigen Sinneseinschränkungen, die bei den jeweiligen Übungen besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Die Kursleitenden sind gefordert, entsprechende Übungen vorzubereiten, die diese Einschränkungen berücksichtigen und dennoch die kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Teilnehmenden optimal fördern. Für die ALT.JUNG.SEIN.-Referentinnen führte Mag. Martin Oberbauer, Gesundheitspsychologe aus Wien mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich, dazu eine sehr anregende und informative ganztägige Weiterbildung am 23. 6. 2018 im Bildungshaus Batschuns durch.

Wie ist das, nicht zu sehen und dennoch feinmotorisch Formen nachzubilden? Wie wirken sich Augenerkrankungen - von der altersbedingten Makula-Degeneration bis zur Retinopathia pigmentosa oder auch so relativ bekannte Erkrankungen wie der graue oder grüne Star - bei der Orientierung im Alltag aus? Und wie kann ich als Kursleitende oder Kursleitender mit Teilnehmenden mit Höreinschränkung gut kommunizieren? Diese und weitere Fragen wurden an diesem Weiterbildungstag im Bildungshaus Batschuns vom Gesundheitspsychologen Mag. Martin Oberbauer ausführlich beantwortet und mit vielen praktischen Übungen vertieft.

Eigenes Erleben fördert Verständnis

Dabei stand auch die eigene Erfahrung der ALT.JUNG.SEIN.-Kursleiterinnen im Mittelpunkt. Über das eigene Erleben der verschiedenen Einschränkungen - etwa durch das Betrachten der Welt durch die verschiedenen Simulationsbrillen oder überhaupt durch das Verbinden der Augen - wurde erst bewusst, wie wichtig dann die Erfahrbarkeit der Welt durch andere Sinne wird. Der Einsatz von Tastsäckchen oder Duftballons kann für Menschen mit Sinneseinschränkungen neue Wege zur Förderung der Merkfähigkeit eröffnen wie auch das "blinde" Bauen mit einfachen Duploklötzen nach der genauen Angabe durch die Kollegin gegenüber. Weitere motorische und akustische Übungen wurden von Martin Oberbauer präsentiert und gleich ausprobiert, damit sie dann von den ALT.JUNG.SEIN.-Referentinnen gut in ihren Kursen eingesetzt werden können.

Tipps mit Wirkung

Wirkungsvolle Tipps - wie etwa die Kontraste zu verstärken, sich hörbehinderte Personen nicht von hinten zu nähern und nicht zu schreien, sondern das Gegenüber immer direkt anzusehen - wurden gerne angenommen wie auch das umfangreiche Übungsskriptum, welches Mag. Oberbauer für diesen Tag extra zusammengestellt hatte. Ein herzliches Danke an einen ausgezeichneten und einfühlsamen Referenten für diese erkenntnisreiche Weiterbildung und an die ALT.JUNG.SEIN.-Referentinnen, die voller Elan und großem Einsatz an der Weiterbildung teilnahmen.

Evelyn Pfanner