Beim Vortrag „Die vertauschte Rolle – wenn Kinder für ihre Eltern sorgen“ erzählte DSA Edith Ploss Ende Oktober im Carl-Lampert-Saal aus ihrer täglichen Arbeit. Die erfahrene Sozialarbeiterin unterstützt als selbständige mobile Seniorenberaterin Angehörige, die durch ein gesundheitliches Ereignis in der Verwandtschaft oder direkt bei den eigenen Eltern schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen.

 Plötzlich kehrt sich die Rolle um und die Kinder sind verantwortlich für das Wohlergehen der Eltern. Neben all den Emotionen, oft auch der Trauer, ist ein komplexer Pflegealltag zu bewältigen, mit allen Aspekten wie der rechtlichen und finanziellen Seite. Dann wird es für alle Beteiligten extrem schwierig, das Richtige zu tun. Edith Ploss plädierte deshalb in ihrem Vortrag, der von der Pfarrcaritas und dem katholischen Bildungswerk organisiert worden war, möglichst Vorsorge zu treffen, bevor man Sorgen hat.

Wünsche der Betroffenen erfahren

Denn dann ist es möglich, die Wünsche der Betroffenen zu erfahren. Wer soll sich um dich kümmern? Was ist zu tun bei Krankheit? Wie wünschst du dir deine Bestattung? Dies sind alles Fragen, die bei Nichtklärung zu großer Verunsicherung und oft auch zu Streit bei den Angehörigen führen. Wichtig sind dabei auch die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung – auch über diese wurde informiert wie auch über die Notwendigkeit, vor dem Eintritt eines schweren Krankheitsfalles über die mögliche Verteilung von Gütern zu sprechen – und dann auch notariell entsprechende Vereinbarungen (wie Übertragungen, Fruchtgenussrechte oder Testament) zu treffen.

Was steht mir zu, was muss ich fragen?

Hilfestellung bei der Antragstellung für diverse Förderungen (Treppenlifte, Umbauten) sowie die Kontaktaufnahme mit den nötigen Stellen gehören ebenfalls zur Arbeit von Frau Ploss, denn vieles, was ihnen zusteht, wissen Menschen in diesen Ausnahmesituationen gar nicht. Über 20 Interessierte unterhielten sich angeregt auch noch nach dem Vortrag mit Frau Ploss und etliche meinten: „Dieser Abend hat mir wirklich die Augen geöffnet!“

Infos: www.mobile-seniorenberatung.at