von Dietmar Steinmair


Der Dekan der Theologischen Fakultät Innsbruck, Józef Niewiadomski, schrieb vor Kurzem im „Tiroler Sonntag“ einen Kommentar zu den medialen Schlagzeilen über „Kirchen-Krisen“, ausgelöst durch Rücktritte, Austritte, Auftritte. Eine Schlagzeile lautete: „Die Krise der Kirche ist auf dem Höhepunkt.“ Die Schlagzeilen in der „Affäre Groër“ oder bei den Missbrauchsskandalen waren dieselben. „Ein Höhepunkt, der Jahrzehnte dauert, ist kein Höhepunkt!“ (© Niewiadomski). Die Sterilität kirchenreformerischer oder kirchenfresserischer Artikel sei zu bedauern.

Dann hatte Niewiadomski einen Traum: „Bischöfe, kirchlich engagierte und kirchenkritische Journalisten, ‚Wir sind Kirche‘-Funktionäre und Menschen, die Sonntag für Sonntag in die Kirchen gehen: sie alle zogen sich zurück.“ Wie die Apostel damals nach Christi Himmelfahrt. Nicht um zu streiten, sondern um zu beten, in der Erwartung des Heiligen Geistes: „Jenes Geistes, der ihre ausgetrockneten Seelen bewässern, ihre Angst vertreiben und ihre Besserwisserei korrigieren sollte“, so Niewiadomski.

Ein geistbeflügelter Aufbruch in der Kirche! Niewiadomski wird übrigens die Festrede bei der Eröffnung zum „Jahr des Glaubens“ am 11. Oktober in der Pfarrkirche Dornbirn St. Martin halten (siehe rechts). Ob sich auch Journalisten hintrauen werden? Keine Sorge: Die Türen bleiben unverschlossen.

MMag. Dietmar Steinmair,
Vorarlberger KirchenBlatt - Chefredakteur

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