von Simone Rinner

Genau heute vor 50 Jahren, am 11. Oktober 1962, wurde von Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet. Ein Ereignis, an das sich Zeitzeugen wie der emeritierte Weihbischof Helmut Krätzl gerne zurückerinnern und das, laut seiner Auffassung, noch längst nicht zu Ende ist. Nach wie vor gelte es, „zu schauen, was man damals wollte und was an Potentialen bis heute nicht gehoben ist“.

Der damals 31-Jährige Krätzl erlebte das Konzil als Schreiber mit all seinen Höhen und Tiefen: Mit Redeverbot belegte Theologen diskutierten; verbotene, donnernde Applause erfüllten die Konzilsaula und Bischöfe sowie Theologen arbeiteten miteinander. Kollegialität sei eines der wichtigsten Ereignisse des Konzils, welches aber leider nicht durchgedrungen sei. Dennoch hat Krätzl das Konzil positiv in Erinnerung.

Das liegt zum einen an der Stimmung während des Ereignisses, bei dem die Bischöfe Mut gezeigt und für ihre Anliegen „von oben“ gekämpft hätten. Weil sie wussten, dass der Papst hinter ihnen stehe. Zum anderen an Papst Johannes XXIII. selbst und der umfassenden Erneuerung der Kirche. „Ich glaube, in der Kirchengeschichte sind die meisten Erneuerungen von unten gekommen“, zeigt sich Krätzl vom Einsatz der Gläubigen beeindruckt. Ob die Impulse nun von oben oder von unten kommen  - sie sind auf alle Fälle da.