Der Comboni Missionar Padre Ottorino ist seit mehr als 20 Jahren in Mosambik. Dort leitet er die Organisation ESMABAMA, die sich um vier Missionsstationen im Hinterland kümmert. In der Missionsstation Mangunde, deren Einzugsgebiet heute rund 50.000 Menschen umfasst, konnte mit der Hilfe von Spendengeldern aus Vorarlberg eine neue Entbindungsstation gebaut werde

Die Missionsstation Mangunde liegt abgelegen in der ländlichen Region Chibabava in Zentralmosambik. Schwestern des Comboni-Ordens führen dort mit der Unterstützung der Assoziation Esmabama des Comboni Missionars Ottorino Poletto ein Gesundheitszentrum

von Isabell Rudolph

„Die Zwillinge Francisco und Manuel sind drei Monate alt und gesund und munter. Die beiden Jungs sind die ersten Kinder, die in der neuen Entbindungsstation in Mangunde auf die Welt gekommen sind“, erzählt Padre Ottorino nicht ohne Stolz. „Vieles hat sich in den letzten Jahren getan“, kann der charismatische Padre berichten. „In Zusammenarbeit mit der Caritas konnten wir im April dieses Jahres endlich die neue Entbindungsstation mit einer wesentlich verbesserten Ausstattung bauen.“ 

Padre Ottorino Poletto Padre Ottorino Poletto

Was dies bedeutet?
Maria, die Mutter der Zwillinge konnte sich bereits zwei Wochen vor der Geburt in die rund 15 Kilometer entfernte Missionsstation begeben und dort erst mal zu Kräften kommen. „Rund 25 Kinder kommen jeden Monat in der Region auf die Welt. Fast 30 Prozent der Menschen sind HIV positiv, Aids ist allgegenwärtig hier. Wir bieten Aufklärungsworkshops über HIV, Hygiene, Babypflege und mehr an. Normalerweise entbinden die Frauen zu Hause. Die Gefahr einer Übertragung des HIV Virus auf das Neugeborene ist da natürlich sehr groß“, erklärt Padre Ottorino.

„Mittlerweile haben wir es aber geschafft, dass nahezu alle Frauen in unserem Einzugsgebiet zu uns zur Entbindung kommen. Wir können hier Tests machen, Vor- und Nachsorgeuntersuchungen durchführen und haben die entsprechenden Medikamente, um beispielsweise die Übertragung von HIV von der Mutter auf das Kind zu verhindern.“

Bildung
Marias Geburt verlief ohne Komplikationen. Ihre Zwillinge sind gesund und haben sich nicht infiziert - für die Familie ein Segen. „Das Bewusstsein der Menschen hat sich geändert. Die Menschen erkennen, dass ihre Kinder bessere Chancen haben, wenn sie sich für Themen wie Gesundheit, Hygiene, Ernährung und Bildung interessieren“, fügt der Priester hinzu. „Das Projekt steht sozusagen auf zwei Beinen“, sagt er lächelnd. „Es basiert einerseits auf der Erhaltung ihrer Gesundheit,  andererseits auf der Bewusstseinsbildung, damit sich etwas auch künftig ändert - wie beispielsweise eine Gesellschaft ohne HIV aufzubauen.“

Hilfe zuhause
Um diesen Prozess voranzutreiben, wurde in den letzten Jahren auch ein Hauskrankenpflegenetz aufgebaut. „Angefangen haben wir mit zehn „Activistas“, so heißen die Freiwilligen, jetzt sind es bereits 34. Sie besuchen die Patient/innen in ihren Dörfern, übernehmen einfache medizinische Versorgungen, geben Informationen und sensibilisieren. „Ein guter Weg“, wie der Padre zusammenfasst, „aber es gibt noch sehr viel zu tun und so vieles kommt uns immer wieder in die Quere. Heuer zum Beispiel gab es in dieser Region kaum Regen. Die Ernten sind ausgefallen und wir müssen sehen, wie wir den unterernährten Menschen, die zu uns kommen, helfen können. Wichtig ist es, optimistisch zu sein und weiter zu machen.“

 

So hilft die Caritas

Mit Hilfe der Caritas Vorarlberg konnte in den vergangenen Jahren die erweiterte Entbindungsstation aufgebaut werden. Neben der medizinischen Versorgung informieren die freiwilligen Helfer/innen Frauen und werdende Mütter darüber, wie sie die Übertragung von HIV auf ihre Kinder vermeiden können: durch regelmäßige Untersuchungen und die rechtzeitige Ankunft in der Entbindungsstation.
Seit dem Beginn des Programmes konnten die HIV-Übertragungen von Mutter auf Kind auf Null gesenkt werden.
Für Notfälle steht dem Gesundheitszentrum darüber hinaus seit vergangenem Jahr auch erstmals ein mit Caritas-Mitteln finanziertes Rettungsfahrzeug zur Verfügung.