Das Jahr der Orden wird am 1. Adventsonntag im Vatikan eröffnet. Die Eröffnung in Österreich fand bereits am Dienstag dieser Woche im Rahmen der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften in Wien statt. Der Welttag des geweihten Lebens am 2. Februar 2016 wird das Jahr beschließen.

Dietmar Steinmair

Die Zahlen sind (immer noch) beeindruckend: In Österreich gibt es derzeit 115 weibliche und 85 männliche Ordensgemeinschaften. Rund 3.950 Ordensfrauen, 1.500 Ordenspriester und 450 Ordensbrüder wirken im Land. Die 234 Ordensschulen werden von rund 50.000 Schüler/innen besucht, in den 30 Ordensspitälern werden jährlich rund 515.000 Patient/innen betreut. Es gibt 500 heimische Ordensarchive bzw. -bibliotheken mit vier Millionen Büchern.

Gemeinschaften
Bezogen auf die Katholikenzahlen leben in Vorarlberg sogar mehr Ordensleute als im gesamtösterreichischen Schnitt. Zehn männliche Orden und Gemeinschaften sind im Ländle tätig. Gleichzeitig sind hier 19 Frauenorden mit über 30 Niederlassungen vertreten. Die meisten der rund 60 männlichen Ordensangehörigen - der Großteil von ihnen sind Priester - leben in der Zisterzienserabtei Mehrerau, in den drei Standorten der Franziskaner sowie in der geistlichen Familie „Das Werk“ in Thalbach. Bei den Frauen sind es gar 270 Ordensangehörige, die in Vorarlberg wirken. Etwa bei den Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf, dem Werk der Frohbotschaft Batschuns, der Geistlichen Familie „Das Werk“, bei den Kreuzschwestern, den Dominikanerinnen, den Zisterzienserinnen in Mariastern-Gwiggen oder im Klein-Theresien-Karmel in Rankweil.

Vielfältige Dienste
Die Zahl der Ordensangehörigen geht zurück, das ist unübersehbar. Doch im Jahr der Orden 2015 wird nicht das Jammern im Vordergrund stehen, sondern die Frage, wie sich die Orden in Vorarlberg einbringen. Stellvertretend für die 350 Ordensleute in Vorarlberg sagt Äbtissin Dr. M. Hildegard Brem im KirchenBlatt-Gespräch: „Ich wünsche mir vom Jahr des Geweihten Lebens so eine Art ‚Anti-Aging-Effekt‘: neue Freude an der Berufung für viele Ordensleute in Vorarlberg, so dass es ausstrahlt und ansteckend wirkt! Ebenso ist mir wichtig, dass sich auch die Gesellschaft der vielfältigen Dienste der Ordensleute im Ländle mehr bewusst wird.“

Nach außen
Und Mutter Hildegard nimmt gleich alle Vorarlberger/innen in den Blick: „Ich bin überzeugt, dass nicht nur die Ordensleute, sondern alle Menschen eine ganz persönliche Berufung von Gott empfangen haben - er ruft sie beim Namen. Es wäre schön, wenn in diesem Jahr mehr Christen danach fragen, denn das würde sie zu einem tieferen und fruchtbareren Leben hinführen.“ Eine Möglichkeit, die Menschen zu erreichen, werden die Schwestern von Mariastern ergreifen: Sie führen wieder ein selbstgeschriebenes Theaterstück zum Thema „Berufung“ auf. Premiere ist am 2. Februar 2015 nachmittags im neuen Montforthaus in Feldkirch. An diesem „Tag des geweihten Lebens“ wird es zudem eine Festmesse mit Bischof Benno Elbs geben. Der traditionelle Ordenstag ist wiederum für Pfingstdienstag, 26. Mai, anberaumt.

Viele Gemeinschaften werden an einem ihrer „Eigenfeste“ (z.B. Gedenktag des Ordensgründers) öffentliche Gottesdienste und Veranstaltungen anbieten. Das KirchenBlatt wird außerdem in unregelmäßigen Abständen die verschiedenen im Land vertretenen Ordensfamilien vorstellen.  

www.jahrderorden.at