Firmung im Dom - kein ungewöhnliches Ereignis. Ungewöhnlich ist am kommenden Samstag nur das Alter der Firmlinge. Die 16 Frauen und Männer sind erwachsen. In einem Firmkurs, der erstmals seitens des Pastoralamtes angeboten wurde, haben sie sich gemeinsam auf dieses Ereignis vorbereitet.

Bild: Raphael Michler, Celine Staubmann und Korush Hadadi (v.l.) haben sich im neuen Firmkurs auf die Firmung vorbereitet.

Patricia Begle

„Firmung verpasst?“ heißt es in großen Lettern auf dem Folder, der über den Firmkurs für Erwachsene informiert. Wer nach den Gründen fürs „Verpassen“ fragt, erfährt, dass diese gar nicht so spektakulär sind. Celine Staubmann zum Beispiel ist als Jugendliche gerade von Nofels nach Tisis umgezogen. Die Pfarren haben unterschiedliche Firmalter, so ist die Firmung irgendwie „untergegangen“. Um das Patenamt für ihren kleinen Cousin übernehmen zu dürfen, lässt sich die 17-Jährige jetzt firmen. Für Raphael Michler blieb aufgrund seiner Lehre einfach nicht genügend Zeit für die Firmvorbereitung. Dennoch war für den jungen Mann aus Tosters immer klar, dass er dies irgendwann nachholen würde. Der neue Firmkurs kam gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Große Chance
Konzipiert wurde der Kurs von Birgit Huber. Die Mitarbeiterin im Team „Spiritualität“ des Pastoralamtes holte dafür Erfahrungen ein - von anderen Diözesen, vom diözesanen Firmteam und von langjährigen Firmbegleiter/innen im Land. „Mir ist dabei der Ansatz des vorbehaltlosen Willkommen-Heißens wichtig“, erklärt Huber, „dass Menschen ohne Vorwurf oder Verdächtigung aufgenommen werden - im Vertrauen darauf, dass dies eine große Chance ist. Dieser Ansatz wird auch von Bischof Benno vertreten.“

Intensiv und persönlich
Von Dezember bis April trafen sich die Teilnehmenden an drei Abenden und einem Nachmittag inklusive Abend. Dabei ging es vor allem darum, die persönliche Gottesbeziehung zu stärken und das eigene (Glaubens-)Leben zu reflektieren. Was sind meine Stärken? Wofür bin ich da, was ist meine Mission für die Welt? Wer hat mich geprägt? Wie wünsche ich mir meine Zukunft?
Prägend für den Kurs waren die neun Männer aus Iran und Afghanistan, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind: ihre intensive Auseinandersetzung mit christlichen Glaubensinhalten, ihr Nachfragen und Verstehen-Wollen. „Die Männer haben die Fragen und Inhalte so ernst genommen, dass auch die anderen in der Gruppe nicht ausgekommen sind“, erzählt Pfarrer Dominik Toplek, der die Treffen leitete. „Es war toll, was sich hier in den Kleingruppen getan hat, mit welchen Fragen sie gerungen haben.“

Christ-Sein
Auch Raphael Michler empfand den Austausch mit den Flüchtlingen als Bereicherung. „Für sie ist der Glaube etwas ganz Wichtiges“, zeigt er sich beeindruckt. Davon erzählt auch Korush Hadadi. Der 27-jährige Iraner setzt sich schon jahrelang mit dem christlichen Glauben auseinander. Kennengelernt hat er die Inhalte über seinen Schwager, der Armenier und deshalb Christ ist. „Im Christentum darf man alles - tanzen, trinken, glücklich sein. Das ist super“, erklärt er. „Mein Schwager sagte mir dann: ‚Du musst mit dem Herzen glauben.‘ So habe ich mich immer gefragt, was Jesus machen würde, und so begonnen, mit dem Herzen zu glauben.“ In der Osternacht wurde Korush Hadadi getauft, jetzt freut er sich auf die Firmung.

Zukunft
Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekamen die Firmkandidat/innen Anfang März beim Tauferneuerungs-Gottesdienst mit Bischof Benno. „Die Messfeier war total lässig, das Miteinander richtig schön“, erinnert sich Raphael Michler. Wie es nach der Firmung weitergeht? „Ich habe jetzt schon das Bedürfnis, in die Kirche zu gehen“, erklärt er. Celine Staubmann freut sich über ihr Patenamt. Und dass sie - irgendwann einmal - auch kirchlich heiraten darf.

TERMIN

Firmgottesdienst mit Bischof Benno Elbs,
Sa 21. April, 19 Uhr, Dom St. Nikolaus, Feldkirch.