In Krisenzeiten hat Nachdenken kaum Platz. Da ist Handeln gefragt. Entscheidend ist aber: haben wir aus vergangenen Erfahrungen gelernt? Und was lernen wir aus der gegenwärtigen Pandemie?

Editorial zum Newsletter "Infos aus dem Pastoralamt"

Was mich im März und April am meisten erstaunt hat, war die Geschwindigkeit, mit der die ganze Welt auf die Bedrohung des Covid 19 Virus reagiert hat. Krisenzeiten sind Zeiten schneller Entscheidungen. Langes Hin und Her kann verhängnisvoll sein. Egal ob richtig oder falsch: es muss entschieden werden. In unserem Land haben wir uns entschieden, den Zusammenbruch des Gesundheitswesens um jeden Preis zu verhindern. Wir haben das gesellschaftliche Leben auf das Notwendigste reduziert.

Die Krise als Gelegenheit zum Lernen

Für mich waren die vergangenen Monate eine Zeit, in der ich unglaublich viel gelernt habe. Ich habe gelernt, dass unser Gesundheitssystem systemrelevant ist und die Logistik unserer Lebensmittelgeschäfte. Ich habe gelernt, dass ich mich zu Beginn von Krisen möglichst als erster mit Klopapier und Hefe einzudecken habe. Ich habe auch rasend schnell gelernt, Sitzungen und Kurse online abzuhalten. Ich weiß jetzt, wie „Digitalisierung“ in meinem Bereich geht. Ich habe in diesen Monaten aber auch gelernt, dass es sich nicht gut leben lässt, wenn wir uns auf das „Systemrelevante“ beschränken. Es tut nicht gut, wenn wir uns von unseren Verstorbenen nicht verabschieden können. Es tut auch nicht gut, dass Kinder und Jugendliche um ihre (Aus-)Bildungszeit gebracht werden. Davon können viele Mütter und einige Väter ein Lied singen, die neben ihrem Beruf und oft neben dem Haushalt auch noch Lehrerinnen und Betreuerinnen für ihre Kinder sein mussten.

Reflexion der Krise

Es ist jetzt ein guter Moment, um zurückzublicken und zu fragen, was wir aus dem ganzen gelernt haben. Welche politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen waren nützlich? Was sollten wir anders und besser machen? Wo haben wir uns als Kirche bewährt? Wo waren wir für die Menschen wichtig? Eine gute Möglichkeit des Rückblicks und des Lernens ist das Herbstsymposion. Es findet in einer verkürzten Form am Vormittag des 7. September 2020 im Jungend- und Bildungshaus St. Arbogast zum Thema „Leben und Glauben in Zeiten von Corona- Chancen und Risiken für Gesellschaft, Schule und Pastoral“ statt. Reflexion und Lernen kann auch individuell geschehen. Ein guter Ort dafür in und nach Krisenzeiten ist das Berufungscoaching.

Bildungsangebote im Herbst

Wie es jetzt aussieht, werden im Herbst die geplanten Veranstaltungen stattfinden können. Neben vielen Angeboten der Sommerkirche laden wir euch zu interessanten und hochwertigen Weiterbildungen ein. Sie alle richten sich an haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen und allgemein Interessierte. Unter dem Titel „Machs wie Gott – werde Mensch“ lädt das Jungend- und Bildungshaus zu einer Auseinandersetzung mit den Grundlagen unseres Lebens und unseres Glaubens. Ebenfalls in St. Arbogast startet wieder ein Lehrgang für KirchenraumpädagogInnen. Für Pfarren und Bildungswerke könnte die Broschüre mit möglichen Veranstaltungsangeboten zu den Jahren der Bibel interessant sein. Für Menschen in Führungspositionen gibt es ein Angebot zum Thema „Geistlich leiten“. Das Angebot "Basics für die pfarrliche Bildungsarbeit" richtet sich an Menschen, die sich für eine Tätigkeit in der kirchlichen Bildungsarbeit vor Ort in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk interessieren.

Hans Rapp
Leiter Team Spiritualität, Liturgie, Bildung