Beten des Herzens

"Einige meinen, sie könnten nicht in ihrem Innern beten und beten doch sehr gut; andere hingegen halten viel auf ihr Gebet, und es ist kaum mehr als nichts." (J. v. Kr., Karmelberg 8)

Jeder von uns kommt einmal an den Rand der Worte, an die Grenze zum Schweigen. Hier sehnt er sich nach einem einzigen Wort, das ihn aus dem Gefängnis des täglichen Zerredens befreit. Bleiben wir wach auf dieses Schweigen hin, offen für einen Anruf, dann tun wir, was die Alten "Beten des Herzens" nannten. Wir fühlen uns arm, von schönen Worten verlassen. vielleicht wissen wir gar nicht, dass wir beten. Wo das Schweigen beginnt, sind wir der Wahrheit nahe. Erst aus dem Schweigen kann langsam ein Wort geboren werden.

Ich weiß nicht, ob ich wirklich gut bete. Auf das eine will ich achten: dass ich in mein Schweigen und meine orte "das Herz" - meine ganze Hingabe - hineinlege. Je mehr mein Gebet die Liebe atmet, desto mehr berührt es Gott und macht göttlich.