Verfügbarkeit am Beginn menschlichen Lebens

Medizinische und biologische Erkenntnisse und Techniken haben dazu geführt, dass der Mensch am Beginn seiner Existenz zu einem öffentlich verfügbaren Gut geworden ist. Der menschliche Embryo, welcher "in vitro", also außerhalb des Leibes der Mutter in der sog. "Petrischale" der Ärzte und Forscher gezeugt wird, ist den unterschiedlichsten Interessen und Ansprüchen unserer Gesellschaft schutzlos ausgeliefert. Am Anfang der Entwicklung dieser Techniken stand ein völlig legitimer und nachvollziehbarer urmenschlicher Wunsch: Bislang als unfruchtbar geltenden Paaren ein Kind zu schenken. Mit dieser Technik der "In-Vitro Fertilisation" (IVF), bei welcher gleich mehrere Eizellen befruchtet werden, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, kamen jedoch andere große Probleme zum Vorschein. Was tun z.B. mit den "übrigen" Embryonen, welche von den Paaren nicht mehr benötigt werden? Sollen wir diese nicht für die Forschung freigeben anstatt sie einzufrieren oder zu vernichten? Sollen wir die Embryonen, die eingesetzt werden nicht gleich auf sämtliche Krankheiten oder sonstige Eigenschaften wie Augen- und Haarfarbe, Intelligenz etc. genetisch testen?
Der Mensch hat die Möglichkeit erlangt, sich durch genetische Testverfahren und anschließende Selektion selbst zu gestalten wie er möchte: Schön, intelligent, gesund und erfolgreich.